Yildirim/Hagsteiner: „Kinderbetreuung ausbauen, nicht eindämpfen!“

Kufstein: Zweitgrößte Gemeinde Tirols schließt einzige öffentliche Einrichtung für unter Dreijährige

„Bis zu 60 Stunden in der Woche sollen die ÖsterreicherInnen arbeiten, gleichzeitig wird das Angebot an Kinderbetreuungseinrichtungen abgebaut. Das passt nicht zusammen und steht sinnbildlich für die unsoziale Politik dieser Bundesregierung“, sagt SPÖ-Landesfrauenvorsitzende NRin Selma Yildirim.

Die Stadt Kufstein hat jüngst ihre einzige öffentliche Krabbelstube geschlossen. Begründet wird das neben einem fehlenden padägogischen Konzept auch mit mangelndem Bedarf. LA Claudia Hagsteiner, Familiensprecherin der neuen SPÖ Tirol, hält fest: „Es gibt nun in der zweitgrößten Gemeinde Tirols kein öffentliches Kinderbetreuungsangebot für unter Dreijährige mehr. Ein pädagogisches Konzept hätte man liefern können, ohne ein adäquates Ersatzangebot die Einrichtung zu schließen ist der falsche Weg.“

Bedarfserhebungen halten die SP-Politikerinnen für einen Vorwand: „Dahinter verstecken sich zu viele EntscheidungsträgerInnen. Die öffentliche Hand muss ein attraktives Angebot an Kinderbetreuung schaffen, die Nachfrage kommt dann von allein. Das haben viele verschiedene Orte bereits vorgemacht.“ In Kufstein würde die Betreuung von unter Dreijährigen nun de facto privatisiert.

In der Pflicht sieht man in der SP aktuell aber in erster Linie den Bund: Dieser müsse ausreichend Mittel für den Ausbau der Kinderbetreuung bereitstellen. Doch aktuell sei das Gegenteil der Fall: Familienministerin Bogner-Strauß stellt den Ländern ab 2019 nur mehr 110 Mio. Euro pro Jahr zur Verfügung. 90 Mio. waren bereits für das 2. Gratiskindergartenjahr und die Sprachförderung budgetiert. „Die 15a-Förderungen für den Ausbau der Kinderbetreuung werden damit de facto von 52,5 Mio. auf 20 Mio. zusammengestrichen. Die Kürzungen betreffen nun auch die unter Dreijährigen, eine Gruppe, auf die sich die Familienministerin angeblich konzentrieren wollte. Schwarz-Blau geht einen weiteren gesellschaftspolitischen Schritt zurück“, so Yildirim.