Sandler: Es ist eine Schande, was diese Regierung mit den Familien der ArbeitnehmerInnen aufführt

Alleinerziehende Eltern von Kinder mit Behinderungen sind von 12-Stunden-Tag besonders stark betroffen.

„Jobs, die Eltern von Kindern mit Behinderungen haben, sind im Einzelhandel, im Gastgewerbe und der Produktion. Sie können die Arbeit nicht mit nachhause nehmen, sondern müssen die elfte und zwölfte Überstunde im Betrieb leisten. Für sie gibt es keine Freiwilligket“, sagt die Sprecherin für Familie und Menschen mit Behinderungen der SPÖ, Birgit Sandler, am Donnerstag im Nationalrat. „Wann sollen sie ihre Kinder sehen?“, sagte Sandler, die forderte: „Familie darf keine Late-Night-Show werden, vor allem dann nicht, wenn AlleinerzieherInnen sich um betreuungspflichtige Kinder mit Behinderungen kümmern müssen.“
Österreich hat das Übereinkommen über die Rechte von Menschen mit Behinderungen bereits 2008 ratifiziert, das vorsieht, dass bei der Ausarbeitung und Umsetzung von Rechtsvorschriften und politischen Konzepten, die behinderten Menschen und deren Kinder betreffen, Menschen mit Behinderung aktiv einbezogen werden. „Wo haben Sie das bei dem Husch-Pfusch-Gesetz zum 12-Stunden-Tag gemacht?“, fragt Sandler die Regierungsfraktionen. Menschen mit Behinderung müssen die Möglichkeit haben, wie alle anderen am gesellschaftlichen Leben teilzuhaben, „dazu gehört Arbeit allemal. Mit der Verlängerung des Arbeitstages verkürzen Sie mutwillig die Erholungsphasen für die Menschen, die sie dringend brauchen und drängen Menschen, die Wertvolles für die Gesellschaft leisten können, aus dem Arbeitsmarkt – schämen Sie sich“, so Sandler.
1992 hat Österreich auch die Kinderrechtskonvention ratifiziert, die vorsieht, dass auf das Wohl des Kindes besondere Achtsamkeit zu legen ist, „doch wo bleibt das Wohl des Kindes, wenn Eltern bis zu 60 Stunden in der Woche arbeiten müssen?“, fragte Sandler. „Fast 50 Prozent der berufstätigen Frauen arbeiten Teilzeit, oft auch deshalb, weil es keine oder nur unzureichende Kinderbetreuungsplätze gibt. Sie verringern jetzt noch die Mittel für Kinderbetreuung, das trifft allleinerziehende Eltern von Kindern mit Behinderungen in besonderem Ausmaß“, schloss Sandler.