Rendi-Wagner: Neues Arbeitszeitgesetz schafft Zwei-Klassen-Gesundheit

12-Stunden-Tag belastet Gesundheit massiv und wirkt sich negativ auf das Familien- und Sozialleben aus.

„Die Folgen des 12-Stunden-Arbeitstages liegen laut ÄrztInnen und ExpertInnen klar auf der Hand: Die ArbeitnehmerInnen werden kränker, die Fälle von Diabetes, Herzinfarkten und Depressionen nehmen zu und Krankenstände, Arbeitslosigkeit und Frühpensionen steigen“, sagte die SPÖ-Gesundheitssprecherin, Pamela Rendi-Wagner, am Donnerstag im Nationalrat.

Rendi-Wagner übte damit heftige Kritik an Gesundheitsministerin Hartinger-Klein, die in ihrer Rede eine Studie falsch zitiert hatte, wonach es Menschen bei verlängerten Arbeitszeiten vermeintlich bessergehe. „Es reicht bei wissenschaftlichen Studien nicht, die Überschriften zu lesen, die relevanten Informationen sind im Kapitel ‚Schlussfolgerungen‘. In der von Ihnen benannten Studie steht ausdrücklich geschrieben, dass sich die verbesserten Gesundheitsdaten ausschließlich auf selbstbestimmte, flexible Schichtarbeit bezieht – das ist nicht das Thema der heutigen Diskussion“, so Rendi-Wagner. „Die AutorInnen der von Hartinger-Klein zitierten Studie folgern ganz klar, dass ihre Daten nicht ausreichen, um Schlüsse über die Gesundheitsfolgen der überlangen Arbeitszeiten zu ziehen“, sagte die SPÖ-Mandatarin.

Mit dem Arbeitszeitgesetz der schwarz-blauen Regierung werde in Wahrheit „eine Zwei-Klassen-Gesundheit geschaffen, weil der gesundheitliche Schaden bei jenen größer ist, die keine Entscheidungsspielräume haben“, so Rendi-Wagner. „Nach dem Kippen des Rauchverbots wird damit ein weiteres Gesetz beschlossen, das die Menschen nachweislich kränker macht“, kritisierte die SPÖ-Mandatarin, die auch darauf verwies, dass mit dem Gesetz auch „ein Lauschangriff auf Menschen im Krankenstand unter dem Deckmantel der Missbrauchsbekämpfung“ einhergeht. „Die Regierung erreicht, dass kranke Menschen nicht mehr in den Krankenstand gehen, weil sie Angst um ihren Job haben oder ihr Arbeitgeber erfährt, unter welcher Krankheit sie leiden“, so Rendi-Wagner.

Während sich die Regierung permanent damit beschäftige, Grenzen zu schließen, „vergisst sie eine der wichtigsten Grenzen: die gesundheitliche Grenze der Menschen“, sagte Rendi-Wagner und appellierte abschließend an die Regierungsparteien, die Menschen vor diesen gesundheitlichen und sozialen Grenzüberschreitungen zu schützen.