Yildirim: „Fall Werdenigg bleibt weiter Handlungsauftrag für die Politik“

Anfragebeantwortungen zeigen unkoordiniertes Vorgehen. Forderung nach unabhängiger Einrichtung, wissenschaftlicher Studie und Aufklärung.

Machtmissbrauch im Sport, in Schulen und Internaten aufzuklären und künftig zu verhindern ist ein Anliegen, für das sich SPÖ-Nationalrätin Selma Yildirim in den vergangenen Monaten besonders eingesetzt hat. Anlass war der „Fall Werdenigg“ und der öffentliche Umgang damit. „Es hat mich erschüttert, wie schnell immer noch eine Opfer-Täter-Umkehr passiert“, sagt die Landesfrauenvorsitzende.

Mehrere parlamentarische Anfragen hat Yildirim an MinisterInnen gerichtet. Nun wurde die vorerst letzte beantwortet. „Ganz klar zeigt sich, dass offensichtlich niemand einen Überblick über die gemeldeten Fälle hat und es kein koordiniertes Vorgehen gibt. Daran müssen wir arbeiten. Ich möchte nicht, dass jetzt der Kopf in den Sand gesteckt wird“, so Yildirim.
So seien beim Landesschulrat 14 Fälle gemeldet worden (11 davon von Burschen). Der Justizminister weiß, wie er schreibt „ohne Anspruch auf Vollständigkeit“ von acht Sachverhaltsdarstellungen, einem Strafantrag und sechs anhängigen Ermittlungsverfahren.  
Yildirim wiederholt daher die Forderung nach einer unabhängigen Einrichtung, die die Fälle sammelt, sich ihrer annimmt und diese offensiv aufarbeitet. Wichtig wäre auch eine wissenschaftliche Studie zum Thema Machtmissbrauch und sexuelle Gewalt, die sich der Frage umfassend widmet.
„Für wesentlich halte ich eine Aufklärungskampagne. Einerseits müssen Betroffene ihre Rechte kennen, andererseits TrainerInnen, LehrerInnen sowie MitarbeiterInnen der Justiz für das Thema sensibilisiert werden. Justizminister Moser kündigt einen „Leitfaden“ an.
Offensichtlich will die Regierung dafür kein Geld ausgeben. Ich werde Überzeugungsarbeit leisten und einen entsprechenden Antrag einbringen“, versichert Yildirim, an der Angelegenheit dranzubleiben.