Yildirim/Fleischanderl: „Vereinbarkeit ist in Tirol nach wie vor Wunschtraum“

Jubelstimmung der ÖVP-Landesrätin für neue SPÖ Tirol nicht nachvollziehbar. Bund streicht Mittel für Ausbau der Kinderbetreuung.

Geschlossen. Das heißt es bei Kindergärten in Tirol nach wie vor an 42,5 Tagen im Jahr. Und auch wer nach 14 Uhr noch einen offenen Kindergarten sucht, hat nur in rund der Hälfte der Fälle Glück. SPÖ-Landesfrauenvorsitzende NRin Selma Yildirim und ihre Stellvertreterin LA Elisabeth Fleischanderl können sich daher über die von der ÖVP-Landesrätin verbreiteten Jubelstimmung über die Kinderbetreuungsstatistik nur wundern.
„Eine Frau die in Tirol in einer Landgemeinde lebt, hat oft keine Chance einer Vollzeiterwerbstätigkeit nachzugehen. Arbeit von der man leben kann und trotzdem eine Familie und Kinder, das schließt sich leider vielfach aus. Vereinbarkeit bleibt nach wie vor ein Wunschtraum. Insbesondere für Frauen“, so die beiden SPÖ-Politikerinnen.
Aufholbedarf gibt es insbesondere bei den Öffnungszeiten in den Ferien und am Nachmittag, als auch bei den unter 3-jährigen Kindern sowie den Schulkindern.
Die kontinuierliche, aber langsame Verbesserung sei positiv und insbesondere auf das SPÖ-initiierte Landesgesetz und die Millionen an Bundesförderung der vergangenen Jahre zurückzuführen.
„Jetzt hat die schwarz-blaue Bundesregierung allerdings die Anstoßfinanzierung für den Ausbau der Kinderbetreuung von 52,5 Mio. Euro auf einen Erinnerungstausender zusammengestrichen. Damit fehlt den Ländern und Gemeinden jede Planungssicherheit. Auch wenn jetzt noch verhandelt wird: im Budget ist kein Geld vorgesehen und mit der wundersamen Geldvermehrung ist wohl nicht zu rechnen. Hier muss LRin Palfrader die eigene Ministerin in die Pflicht nehmen“, fordern Yildirim und Fleischanderl.
Beruf und Familie müssen endlich ohne Wenn und Aber vereinbar sein. Dazu brauchen wir ganzjährige und ganztägige Betreuungsangebote sowie einen garantierten Kinderbetreuungsplatz für jedes Kind ab dem 1. Geburtstag. Außerdem eine bessere Verteilung der Erziehungsarbeit zwischen Frauen und Männern. Nur so kann es echte Chancengleichheit geben.