Yildirim/Fleischanderl: „Quotenregelung dringend notwendig“

Zusammensetzung der Führungsebene hat zentrale Auswirkungen auf Unternehmensentscheidungen. Reine Männerteams sind untragbar.

 

Herbert, Georg, Franz, Robert, Hubert, Roland – das sind die Namen der österreichischen Aufsichtsräte der Brenner Basistunnel-Gesellschaft. Dazu kommen weitere sechs italienische Aufsichtsräte und zwei Vorstände. Eine reine Männerrunde also, die die Entscheidungen trifft. In Tirol übrigens kein Einzelfall.
„Ein ausschließlich mit Männern besetzte Führungsriege in einem Unternehmen ist im Jahr 2018 nicht zeitgemäß und insbesondere für eines, das viel Steuergeld verbaut schlicht untragbar“, finden NRin Selma Yildirim, Landesfrauenvorsitzende der SPÖ Tirol, und Frauensprecherin LA Elisabeth Fleischanderl klare Worte.
„Schluss mit den Ausreden, es gibt genügend gut qualifizierte Frauen. Frauen machen mehr als die Hälfte der Bevölkerung aus, ihnen stehen auch gleich viel Macht, Mitbestimmung und Möglichkeiten zu“, sagen Yildirim und Fleischanderl.
Sie warnen davor, Quoten als „Elitenthema“ zu sehen. „Wie die Führungsebene eines Unternehmens besetzt ist, hat Auswirkungen darauf, wie und welche Entscheidungen getroffen werden. Außerdem zeigt sich eindeutig, dass gemischte Teams eine bessere wirtschaftliche Perfomance bringen.“
Österreichweit sind nur rund 17% der AufsichtsrätInnen Frauen, in Tirol etwas weniger. Seit Jahresbeginn gilt für Unternehmen mit mehr als 1000 MitarbeiterInnen eine Geschlechterquote im Aufsichtsrat von 30%. „Eine Maßnahme, die die SPÖ-Frauen über Jahre vorangetrieben haben und die dringend notwendig ist“, so Yildirim.
In staatsnahen Betrieben gilt die Quote schon länger und sie wirkt. Mittlerweile liegt der Frauenanteil in Aufsichtsräten bei 40%.