FSG-Frauen, Fetik, Gewerkschaften

Moderne Arbeitswelt statt Frauenbild von gestern – FSG-Frauen als treibende Kraft!

FSG-Bundesfrauenkongress FSG-Frauen@nullFaire.Arbeit 4.0 – Ilse Fetik für weitere fünf Jahre zur Vorsitzenden gewählt.

Wir sind die treibende Kraft, wenn es darum geht, Gleichstellung von Frauen in der Arbeitswelt zu schaffen und zu sichern. Das ist in Zeiten des digitalen Wandels eine große Herausforderung, die Bundesregierung mit ihrem rückwärtsgerichteten Frauenbild sorgt zusätzlich dafür, dass wir wachsam bleiben müssen“, erklärte Ilse Fetik, Frauenvorsitzende der FSG (Fraktion Sozialdemokratischer GewerkschafterInnen) im ÖGB heute im Rahmen der 18. FSG-Frauenkonferenz.

Die Quote im Aufsichtsrat, die Abschaffung des Pflegeregresses, die Mindestpension von 1.000 Euro, der Wegfall der Anrechnung des Partnereinkommens bei der Notstandshilfe und natürlich das Erreichen von 1.500 beziehungsweise 1.700 Euro Mindestlohn und -gehalt in Dutzenden Kollektivverträgen seien nur einige wichtige Entwicklungen für Frauen, für die sich die FSG-Frauen erfolgreich eingesetzt haben, so Fetik. Außerdem seien dank gewerkschaftlichen Protests der generelle Zwölf-Stunden-Tag, die Anhebung des Pensionsalters und weitere Belastungen, die vor allem Nachteile für Frauen brächten, verhindert worden. Die Arbeitnehmerinnen wüssten, wer sich wirksam für sie einsetze, so Fetik: „Der ÖGB hat aktuell den höchsten weiblichen Mitgliedsanteil seit 1945, das ist Auftrag und weiterer Ansporn. Diesen Kurs müssen und werden wir fortsetzen, daran besteht angesichts des aktuellen Regierungsprogramms kein Zweifel!“, erklärte die Frauenvorsitzende, die heute von den Delegierten in ihrem Amt bestätigt wurde, am Beispiel der angekündigten Streichung der Notstandshilfe.

Viel erreicht – Viel zu tun!

Als weitere zentrale Herausforderung sehen die FSG-Frauen die Auswirkungen der Digitalisierung. „Es geht darum, dass die Rahmenbedingungen so gestaltet werden, dass Frauen davon profitieren können. Dass nicht nur über Risiken geredet, sondern die Chancen ergriffen werden, wenn es um Fragen wie Arbeitszeit, Arbeitsort, Recht auf und Zeit für Qualifizierung, Bewertung von Arbeit und Leistung geht, erklärte Fetik.

Abschließend bedankte sich die Vorsitzende bei den Delegierten für deren Engagement und für das in sie gesetzte Vertrauen: „Wir wissen um die Vielfalt der Lebenssituationen von Frauen und ihre Bedürfnisse. Wir sind motiviert, kraftvoll und wir sind gerüstet – wer Arbeitnehmerinnen-Rechte angreift, bei Geld für Kinderbildung spart und Frauen zurück an den Herd schicken möchte, Leistung nur bei jenen sieht, die viel verdienen oder großes Vermögen haben und wichtige Einrichtungen für die soziale Sichergeit zerschlagen will, der hat die Rechnung ohne uns FSG-Frauen gemacht!“

Kern: Schwarz-blaue Politik ist Angriff auf die Errungenschaften der Zweiten Republik.
Mit Schwarz-Blau werden „permanent die Grenzen dessen, was moralisch und politisch zulässig ist, nach rechts verschoben“, stellte Kern fest. Die schwarz-blaue Politik sei ein „Angriff auf die Errungenschaften der Zweiten Republik“, auf Mitbestimmung und Demokratie. Das zeige sich auch im jüngsten Versuch, die AUVA zu zerschlagen und in der Aushöhlung und Destabilisierung des Justiz- und Sicherheitsapparates: „Gewerkschaft, Demokratie und Mitsprache sollen geschwächt werden.“ Wo das hinführt, könne man in Ungarn beobachten, so Kern. Die Sozialdemokratie werde daher alles tun, um Demokratie und Rechtsstaatlichkeit und ihre Institutionen zu verteidigen.

Heinisch-Hosek: Frauenangelegenheiten werden marginalisiert
SPÖ-Bundesfrauenvorsitzende Gabriele Heinisch-Hosek kritisierte, dass Frauenangelegenheiten unter Schwarz-Blau „marginalisiert, einfach nicht mehr dargestellt werden.“ Mit den 1,5 Mrd. Euro, die der „Familienbonus“ kostet, bei dem drei Viertel der Mittel an Männer gehen, könnte echte Wahlfreiheit ermöglicht werden, etwa durch das 2. Gratiskindergartenjahr, mehr Betreuungsplätze für Unter-Dreijährige, ganzjährige Öffnungszeiten und das sogar bei 10 Prozent mehr Lohn für die Bediensteten, „wenn dieser Regierung echte Wahlfreiheit wirklich ein Anliegen wäre“. Die Bundesfrauenvorsitzende betonte die gute Zusammenarbeit von FSG-Frauen und SPÖ-Frauen bei vielen zentralen Themen, etwa beim Entwurf zum Lohntransparenzgesetz, der nun von Schwarz-Blau „schubladisiert“ werde. „Wir haben einen gemeinsamen Auftrag: Die Reihen noch dichter zu schließen, um dieser Regierung Paroli zu bieten, die diese Gesellschaft umbauen will. Wir SPÖ Frauen sind 100 Prozent an Eurer Seite!“

Bures: Wir bleiben hartnäckig
„Gerade die Frauen- und ArbeiterInnenbewegung stand immer vor großen Herausforderungen“, erinnerte die Zweite Nationalratspräsidentin Doris Bures etwa an das vor 100 Jahren erkämpfte Frauenwahlrecht. „Was mich zuversichtlich stimmt: Wenn wir geschlossen an diese Herausforderungen gegangen sind, dann haben wir die Schwierigkeiten überwunden.“ Wichtig sei, „dass wir zusammenstehen und gemeinsam für uns und unsere Interessen einstehen, unsere Grundwerte Freiheit, Gleichheit, Gerechtigkeit und Solidarität mit Leben erfüllen und in den Mittelpunkt unseres politischen Handelns stellen“, betonte Bures. „Selbst, wenn das Pendel mal in die falsche Richtung ausschlägt: Wir bleiben hartnäckig. Unsere Aufgabe ist es, auch heute dafür zu sorgen, die positive Entwicklung unserer Gesellschaft voranzutreiben, auch wenn es Rückschläge gibt.“ Es sei die Verpflichtung insbesondere „der Generation von Profiteurinnen sozialdemokratischer Pionierinnenarbeit“, auch der nächsten Generation von Frauen ein selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen. Schwarz-Blau komme dieser Verpflichtung nicht nach. Doch Bures stellte klar: „Wir halten dagegen. Die Auseinandersetzung macht uns stärker!“