FGM, Bayr, entwicklungspolitik

Bayr begrüßt Engagement der Außenministerin zum Thema FGM

Verstärkter Einsatz gegen FGM (female genital mutilation) in der Entwicklungszusammenarbeit gefordert

„Es ist erfreulich, dass Außenministerin Karin Kneissl sich dem Thema weibliche Genitalverstümmelung heute in einem Round-Table Gespräch nähert“, begrüßt Petra Bayr, SP-Nationalratsabgeordnete und Sprecherin der österreichischen Plattform stop-FGM das Engagement der Außenministerin. Die Abgeordnete kritisiert aber, dass VertreterInnen von Communities, in denen FGM praktiziert wird, nicht zum Gespräch geladen sind: „Das Prinzip nicht über uns ohne uns“ sollte bei so einem heiklen Thema beachtet werden“, betont Bayr heute, Dienstag.

„Ich hoffe, dass Ministerin Kneissl dem Thema FGM auch in der Entwicklungszusammenarbeit mehr Aufmerksamkeit als ihre Vorgänger schenken und Programme und Projekte in den Partnerländern unterstützen wird“, ermuntert Bayr die Außenministerin zum entwicklungspolitischen Engagement gegen FGM. Weibliche Genitalverstümmelung ist in einigen Partnerländern der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit (OEZA) ein großes Thema. In Äthiopien, das seit Anfang der 90er Jahre Partnerland der OEZA ist, ist FGM in manchen Regionen sehr weit verbreitet. In Afar und in der Somali-Region wurde etwa an 98 beziehungsweise 99 Prozent der Frauen FGM vollzogen. "Die Arbeit von multilateralen Organisationen wie dem Bevölkerungsfonds der Vereinten Nationen UNFPA oder des Kinderhilfswerks der Vereinten Nationen UNICEF in Zukunft wieder verstärkt zu fördern, wäre ein wichtiger Schritt nicht nur zur Eindämmung von weiblicher Genitalverstümmelung, sondern generell, um sexuelle und reproduktive Rechte und den Zugang zu dementsprechenden Serviceleistungen wie medizinisch betreuten Schwangerschaften, modernen Verhütungsmitteln und faktenbasierter sexueller Bildung als Voraussetzung für Selbstbestimmung zu erreichen", so Bayr abschließend.