tirol, Yildirim, Gewaltschutz

Yildirim: „Gewaltschutz-Vorschlag von ÖVP-Ministerin ist nicht einmal Kosmetik“

Tirol bleibt Notstandsgebiet. Trotz neuem Frauenhaus viel zu wenige Plätze in Tirol.

 

„Was die Äußerungen von ÖVP-Frauenministerin Bogner-Strauß zum Thema Gewaltschutz angeht, kann ich leider nur den Kopf schütteln“, sagt Landesfrauenvorsitzende NRin Selma Yildirim. „Die von ihr angekündigten 100 zusätzlichen Plätze in Frauenhäusern bis zum Jahr 2022 sind leider nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Umgerechnet auf die Bevölkerung in Tirol sind das rund zwei zusätzliche Plätze pro Jahr oder 8,5 bis 2022“, schildert Yildirim.
„Wir haben jahrelang für ein neues Frauenhaus in Tirol gekämpft, genauso lange hat es die ÖVP verhindert. Jetzt wird es endlich gebaut. In einem Jahr sollen also 14 zusätzliche Plätze zur Verfügung stehen. Man kann sich Ziele natürlich bewusst niedrig stecken. Jenes der Ministerin wäre damit bereits weit übererfüllt. Die Wahrheit ist allerdings: Auch nach Fertigstellung werden in Tirol weiterhin rund 25 Plätze in Frauenhäusern bzw. Notwohnungen fehlen. Der Europarat empfiehlt einen Platz pro 10.000 Einwohner. Für Tirol sind das also ca. 75.
Für die Finanzierung der Frauenhäuser sind übrigens die Länder zuständig. Der von der SPÖ per Landtagsantrag geforderte Gewaltschutzplan, inklusive Maßnahmen für das Tiroler Oberland, wurde von der Landesregierung ein Jahr hinausgeschoben und soll nun erst Ende 2018 vorgelegt werden.
Frauen, die vor Gewalt in der Familie flüchten müssen, finden in Tirol viel zu wenige Plätze in Schutzeinrichtungen vor. Null Angebot gibt es im Tiroler Oberland. „Für Frauen ist die Familie nach wie vor der gefährlichste Ort. Das wird vielfach noch tabuisiert. Tirol und insbesondere das Oberland sind Notstandsgebiet. Wir werden nicht locker lassen, bis das behoben ist“, versichert Yildirim.