FGM, Wien, Menschenrechte

Berger-Krotsch: FGM ist massive Menschenrechtsverletzung und muss gestoppt werden

Internationaler Tag gegen Genitalverstümmelung: Schluss mit brutaler Gewalt an Frauen!

„Weibliche Genitalverstümmelung ist eine massive Menschenrechtsverletzung“, betont LAbg. Nicole Berger-Krotsch, Frauensekretärin der SPÖ Wien anlässlich des Internationalen Tages gegen FGM (weibliche Genitalverstümmelung). FGM ist eine Form von brutaler Gewalt gegen Frauen und Mädchen. Geschätzt wird, dass in Österreich rund 8.000 Frauen betroffen sind. „Prävention, Aufklärung und Beratung sind das Fundament, um gegen diese Menschenrechtsverletzung vorzugehen. Es muss endlich Schluss sein mit dieser brutalen Gewalt an Frauen und Mädchen“, so Berger-Krotsch.

Folgen von weiblicher Genitalverstümmelung können vaginale Blutungen, wiederholte Harnwegsinfektionen, hohe Komplikationsrisiken bei Geburten, manchmal auch Sterilität oder der Verlust genitaler Genussfähigkeit sein, ebenso wie psychische Folgen aufgrund der emotionalen Belastung. Bei FGM wird die Klitoris an- oder abgeschnitten, die Schamlippen entfernt oder die Vagina zum Teil oder ganz zusammengenäht. In Somalia sind etwa 98 Prozent der Frauen genital verstümmelt.

Dass FGM nur in afrikanischen Ländern vorkommt, ist ein weit verbreiteter Fehlglaube. Daten von der Weltgesundheitsorganisation WHO zeigen, dass weibliche Genitalverstümmelung weltweit ein Problem ist und praktiziert wird. Es betrifft alle gesellschaftlichen Schichten und passiert auch in Europa und Österreich. Schätzungen gehen davon aus, dass europaweit 500.000 Frauen von FGM betroffen sind. Weltweit beläuft sich die Zahl auf rund 150 Millionen Frauen. „Diese Zahlen sind alarmierend und wir dürfen nicht zusehen“, so Berger-Krotsch.

Seit 2011 ist die Verstümmelung weiblicher Genitalien in Österreich verboten. Die Stadt Wien hat in den letzten zehn Jahren vorbildliche Maßnahmen von Aufklärung bis hin zu gezielter Behandlung im Kampf gegen FMG entwickelt. Für Angestellte in Wiens Spitälern gibt es Schulungen und einen eigenen Leitfaden, der vor allem im Umgang mit Opfern helfen soll. Wichtigste Anlaufstelle für Betroffene ist das FGM-Beratungszentrum im FEM Süd im Kaiser-Franz-Josef-Spital. In der Wiener Rudolfstiftung gibt es seit 2009 eine gynäkologische Anlaufstelle, die österreichweit als erste Ambulanz vaginale Rekonstruktion durchführt. Diese arbeitet eng mit dem FEM Süd zusammen, das die Frauen in ihrer Muttersprache berät und unterstützt.

„Das Wichtigste ist für uns das Selbstbestimmungsrecht der Frauen über ihren Körper“, stellt die Frauensekretärin fest. Der Schutz und die Unterstützung der Opfer seien ebenso wichtig wie die Bewusstseinsbildung innerhalb der Gesellschaft. Solidarität sei nicht nur eine leere Worthülse, sondern bedeutete für die Wiener Stadtregierung Verantwortung zu übernehmen. „Wien übernimmt Verantwortung, informiert und handelt. Wien schaut nicht weg. Das zeichnet die Stadt und die Menschen in der Stadt aus“, schließt Berger-Krotsch.