Yildirim, SPÖ, pensionen

Yildirim: „Forderung nach Pensionsreform wie unter Schüssel ist gefährliche Drohung“

Altersarmut würde besonders bei Frauen weiter steigen. SPÖ lehnt Pensionsautomatik entschieden ab.

Wer sein Leben lang gearbeitet hat, soll im Alter von seiner Pension leben können. Das ist ein wichtiger Grundsatz unserer politischen Arbeit. „Die Sicherheit bei den Pensionen ist ganz zentral. Das öffentliche Pensionssystem in Österreich funktioniert sehr gut. Die Vorschläge von Fiskalrats-Chef und OeNB-Präsident sind verzichtbar“, sagt Nationalrätin und Landesfrauenvorsitzende Selma Yildirim. Die ÖVP lasse damit schon durchklingen, wohin die Reise unter der neuen Regierung gehen werde.

Thematisiert wird dabei wieder eine Pensionsautomatik, bei der das Pensionsalter automatisch an die Lebenserwartung geknüpft wird. „Das würde zu einer höheren Altersarbeitslosigkeit führen und das Budget nicht entlasten“, so Yildirim.

Dass OeNB-Präsident Raidl nun die Pensionsreform unter Schüssel während schwarz-blau lobt und wieder eine solche fordert, komme einer gefährlichen Drohung nahe. „Das gilt ganz besonders für die Frauen in diesem Land. Für viele von ihnen bedeutet diese Reform Altersarmut, das gilt es ganz klar anzusprechen“, schildert Yildirim.

Unter schwarz-blau wurde der Durchrechnungszeitraum von 15 auf 40 Jahre erhöht. „Für Frauen, die stärker von Teilzeitarbeit betroffen sind und öfter Unterbrechungen im Erwerbsleben haben ist das ein massives Problem.“

„Anstatt hier Menschen zu verunsichern und das Pensionssystem in Frage zu stellen, gilt es die Zahl der Beschäftigten anzuheben“, schließt Yildirim.

Eine Tirolerin bekommt im Durchschnitt nur 59% der Pension eines Tirolers. Die durchschnittliche ASVG-Pension einer Tirolerin beträgt 11.849,- Euro pro Jahr, die eines Tirolers 20.672,- Euro (Bruttomedian). Das sind 846,- bzw. 1477,- Euro pro Monat (Quelle: Gleichstellungsbericht des Landes Tirol 2016).