Yildirim: „Ausbau der Kinderbetreuung zentraler Schritt für mehr Chancengleichheit“

Aufholbedarf bei Öffnungszeiten und Kleinkindbetreuung in Tirol weiterhin groß. Erziehungsarbeit auf Frauen und Männer aufteilen.
Unbekanntes Objekt

Einer Erwerbsarbeit nachgehen, von der man leben kann, und trotzdem eine Familie und Kinder haben, das sind Dinge, die sich in Tirol nach wie vor vielfach ausschließen.

„Eine Frau die in Tirol in einer Landgemeinde lebt, hat oft keine Chance einer Vollzeiterwerbstätigkeit nachzugehen“, bringt es Selma Yildirim, Nationalrätin und Vorsitzende der SPÖ-Frauen Tirol, auf den Punkt.

Damit sich das ändert, gilt es politisch an mehreren Schrauben zu drehen. „Wir fordern seit langem eine ganzjährige, ganztägige und günstige Kinderbildung- und –betreuung in Tirol. Aufholbedarf gibt es insbesondere bei den Öffnungszeiten, in den Ferien und am Nachmittag, als auch bei den unter 3-jährigen Kindern. Wir wollen daher einen Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz ab dem 1. Geburtstag“, so Yildirim.

„Kindererziehung ist nicht allein Frauensache. Der Anspruch auf einen Papamonat und mehr finanzielle Leistungen, wenn die Karenzzeit aufgeteilt wird, ist daher sinnvoll.“

Aktuell hat ein Kindergarten in Tirol durchschnittlich an 44 Tagen pro Jahr geschlossen, gut die Hälfte macht vor 15 Uhr zu. Die Betreuungsquote bei den unter-3-jährigen Kindern liegt bei 24,6%. Bereits im Jahr 2010 hätte das Barcelona-Ziel von 33% erreicht sein sollen. Nur 29,4% der betreuten Kinder zwischen 3 und 5 Jahren haben einen Betreuungsplatz, der den Vereinbarkeitskriterien entspricht, 48,7% sind es bei den 0- bis 2-Jährigen.