Equal Pay Day Innsbruck Land: „Da fehlt doch was!“

Lohnschere ist nach wie vor weit offen. Frauen im Bezirk Innsbruck Land verdienen 26% weniger als Männer bei ganzjähriger Vollzeit. Lohntransparenz, Quoten, bessere Vereinbarkeit gefordert.

Da fehlt doch was! Ja, genau. Und zwar ein großes Stück vom Kuchen. „Verabschieden wir uns endlich vom Unterschied“, fordert daher Landesfrauenvorsitzende Selma Yildirim anlässlich des diesjährigen Equal Pay Days.

„Die Einkommensschere im Bezirk Innsbruck Land beträgt 26%. Frauen verdienen im Schnitt 36.772,- Euro brutto pro Jahr und damit 12.936,- Euro weniger als Männer. Das ist zwar im Vergleich der Bezirke nach Innsbruck das höchste Einkommen. Die Kluft zwischen Männern und Frauen ist aber ungerecht“, kritisiert Bezirksfrauenvorsitzende Gabi Rothbacher. In Innsbruck Land fällt der Equal Pay Day heuer somit auf den 28. September. Ab diesem Tag arbeiten die Frauen bis zum Jahresende de facto „gratis“. Das sind 95 Tage.

„Klar ist: Von selbst geht gar nichts. Daher werden wir weiterhin hartnäckig an Verbesserungen arbeiten. Tirolerinnen verdienen immer noch fast ein Viertel weniger als ihre männlichen Kollegen und das obwohl Frauen so gut ausgebildet sind wie nie zuvor und hier die Männer überholt haben“, sagen Yildirim und Rothbacher.

Gründe dafür gibt es viele: „Neben der schlechteren Entlohnung von „Frauenbranchen“ sind es zum Beispiel die mangelnde Vereinbarkeit von Beruf und Familie, Berufsunterbrechungen zur Kindererziehung oder die gläserne Decke, an die nach wie vor viele Frauen stoßen“, erklären die Politikerinnen.
 
Umfrage zeigt große Zustimmung zu Forderungen der SPÖ-Frauen
Die SPÖ-Frauen haben heuer in ganz Österreich mehr als 5000 Frauen bei einer informellen Umfrage zu ihrem Arbeitsleben befragt. „Für Tirol zeigt die Auswertung, dass die Hälfte der Frauen mit den Aufstiegsmöglichkeiten weniger oder gar nicht zufrieden ist. Mehr als 86% sind der Meinung, dass Frauen immer noch weniger verdienen als Männer. 88,5% unterstützen unserer Forderung nach mehr Lohntransparenz, um die Einkommensschere zu schließen. Rund 85% wünschen sich mehr Frauen in Führungspositionen, 79% glauben, dass Quoten in Aufsichtsräten dies fördern wird“, so Yildirim.

Im Bundesländervergleich liegt Tirol nach Vorarlberg und Oberösterreich nach wie vor am drittletzten Platz. Frauen verdienen in Tirol um 24,4% weniger als Männer bei ganzjähriger Vollzeitarbeit. Der tirolweite Equal Pay Day ist heuer am 3. Oktober.

Die SPÖ-Frauen setzen sich seit jeher für gleichen Lohn für gleichwertige Arbeit ein. Vieles wurde erreicht, es ist aber noch ein weiter Weg bis zur echten Gleichberechtigung.