Schwangerschaftsabbruch, Bayr, entwicklungspolitik

Bayr zum Int. Tag für den Zugang zum Schwangerschaftsabbruch: Restriktive Gesetze verhindern Abbrüche nicht

Zugang zu reproduktiven Serviceleistungen ist keine Selbstverständlichkeit

„Jede Frau muss die Möglichkeit haben, ihre sexuelle Selbstbestimmung und ihre reproduktiven Rechte zu leben. Dazu gehört auch der Schwangerschaftsabbruch“, ist Petra Bayr, SP-Bereichssprecherin für globale Entwicklung, anlässlich des internationalen Aktionstages für den legalen Zugang zum Schwangerschaftsabbruch am 29. September, überzeugt. „60 Prozent der Weltbevölkerung lebt in Ländern, die restriktive Gesetze zum Schwangerschaftsabbruch haben. Wir wissen aber sehr genau, dass restriktive Gesetze Schwangerschaftsabbrüche keinesfalls verhindern, sondern die betroffenen Frauen nur in riskante Situationen, wie zu Hinterhofpfuschern und in die Illegalität drängen“, stellt Bayr klar. Prävention in Form von Aufklärung und niederschwelligem Zugang zu Verhütungsmitteln helfen, die Zahl an Schwangerschaftsabbrüchen zu reduzieren.

13 Prozent aller Müttersterblichkeitsfälle sind auf unsichere Abbrüche zurückzuführen. „Jährlich sterben etwa 47.000 Frauen an Folgen eines unsicheren Schwangerschaftsabbruches. Das Leben dieser Frauen wäre leicht zu retten gewesen“, mahnt Bayr. Laut Weltgesundheitsorganisation werden jedes Jahr sieben Millionen Frauen in Entwicklungsländern aufgrund von Komplikationen bei unsicheren Abbrüchen ins Krankenhaus eingeliefert. Korrekt durchgeführt, ist das Beenden einer Schwangerschaft ein einfacher und kurzer Eingriff. „Der Zugang zu reproduktiven Dienstleistungen ist keine Selbstverständlichkeit und auch in Österreich ist noch viel zu tun. Sollte uns als nächstes eine Regierung ins Haus stehen, die in Sachen Frauenrechte rückständig ist, könnten die in Österreich erkämpften Rechte in Frage gestellt werden“, mahnt Bayr.