Yildirim / Wurm: „Land Tirol muss bei Gewaltschutz in die Gänge kommen“

Auf Bundesebene viel weitergebracht, Land verzögert bei Schutzeinrichtungen für Frauen und Kinder. Gewaltschutzplan für Tirol gefordert.

 
„Während auf Bundesebene die gesetzlichen Grundlagen kontinuierlich weiterentwickelt wurden und werden, nimmt das Land Tirol beim Gewaltschutz eine besonders unrühmliche Rolle ein“, kritisieren Landesfrauenvorsitzende und Nationalratsspitzenkandidatin Selma Yildirim und NRin Frauensprecherin Gisela Wurm.

Frauen, die vor Gewalt in der Familie flüchten müssen, finden in Tirol viel zu wenige Plätze in Schutzeinrichtungen vor. Das Land Tirol ist hier Notstandsgebiet. Opferschutzeinrichtungen beschreiben die Situation in Tirol als besonders dramatisch, hier fehlen die meisten Plätze.
„Die SPÖ hat daher die Landesregierung in einem Antrag aufgefordert, einen flächendeckenden Gewaltschutzplan bis Ende des Jahre auszuarbeiten“, schildert Yildirim.

„Dass etwa der Neubau des Frauenhauses seit so vielen Jahren hinausgeschoben wird, ist für uns ein gesellschaftspolitisches Signal, dass der Schutz vor Gewalt in der Familie nicht ernst genommen wird. Das ist fahrlässig und untragbar“, so die beiden Politikerinnen.

In Tirol sind weiter zusätzliche Plätze notwendig. Das Tiroler Oberland ist beispielsweise gänzlich unversorgt.

„Auf Bundesebene fordern wir 5 Mio. Euro zusätzlich für den Gewaltschutz, Hilfe gegen Hass im Netz sowie mehr Prävention und Anlaufstellen für Betroffene“, schildern Yildirim und Wurm.

Umgesetzt wurde unlängst eine Verschärfung des Strafrechtes (Grapsch-Paragraf), Maßnahmen gegen Stalking, Cybermobbing ist strafbar, die Strafen bei Körperverletzung wurden erhöht, bei Vergewaltigungen genügt nunmehr ein Nein, der Opferschutz bei Gewalt wurde ausgebaut.

„An seiner  internationalen Vorreiterrolle in puncto Gewaltschutz hat Österreich seit der Einführung des Gewaltschutzgesetzes festgehalten. Wir setzen uns dafür ein, dass das auch in Zukunft so bleibt“, sagen Yildirim und Wurm.