Equal Pay Day – Imst: „Da fehlt doch was!“

Lohnschere ist im Bezirk Imst am weitesten offen. Frauen verdienen fast 28% weniger als Männer bei ganzjähriger Vollzeit. Lohntransparenz, Quoten, bessere Vereinbarkeit gefordert.

Da fehlt doch was! Ja, genau. Und zwar ein großes Stück vom Kuchen. „Verabschieden wir uns endlich vom Unterschied“, fordert daher Landesfrauenvorsitzende Selma Yildirim anlässlich des diesjährigen Equal Pay Days.

„Klar ist: Von selbst geht gar nichts. Daher werden wir weiterhin hartnäckig an Verbesserungen arbeiten. Tirolerinnen verdienen immer noch fast ein Viertel weniger als ihre männlichen Kollegen und das obwohl Frauen so gut ausgebildet sind wie nie zuvor und hier die Männer überholt haben“, sagt Yildirim.

Gründe dafür gibt es viele: „Neben der schlechteren Entlohnung von „Frauenbranchen“ sind es zum Beispiel die mangelnde Vereinbarkeit von Beruf und Familie, Berufsunterbrechungen zur Kindererziehung oder die gläserne Decke, an die nach wie vor viele Frauen stoßen“, erklärt Yildirim.

„Mit einer Einkommensschere von 27,8% ist der Bezirk Imst tirolweit Schlusslicht. Frauen verdienen im Schnitt 32.562,- Euro brutto pro Jahr und damit 12.561,- Euro weniger als Männer. Das ist ungerecht“, kritisiert Alexandra Zolitsch von den SPÖ-Frauen im Bezirk. In Imst fällt der Equal Pay Day heuer somit auf den 21. September. Ab diesem Tag arbeiten die Landeckerinnen bis zum Jahresende de facto „gratis“. Das sind 102 Tage. „Es bedarf weiterhin konsequent an diesem Thema zu arbeiten und diese Ungerechtigkeit aufzuzeigen. Entlohnung darf nicht vom Geschlecht abhängig sein“, so Zolitsch.

 

Umfrage zeigt große Zustimmung zu Forderungen der SPÖ-Frauen

Die SPÖ-Frauen haben heuer in ganz Österreich mehr als 5000 Frauen bei einer informellen Umfrage zu ihrem Arbeitsleben befragt. „Für Tirol zeigt die Auswertung, dass die Hälfte der Frauen mit den Aufstiegsmöglichkeiten weniger oder gar nicht zufrieden ist. Mehr als 86% sind der Meinung, dass Frauen immer noch weniger verdienen als Männer. 88,5% unterstützen unserer Forderung nach mehr Lohntransparenz, um die Einkommensschere zu schließen. Rund 85% wünschen sich mehr Frauen in Führungspositionen, 79% glauben, dass Quoten in Aufsichtsräten dies fördern wird“, so Yildirim.

Im Bundesländervergleich liegt Tirol nach Vorarlberg und Oberösterreich nach wie vor am drittletzten Platz. Frauen verdienen in Tirol um 24,4% weniger als Männer bei ganzjähriger Vollzeitarbeit. Der tirolweite Equal Pay Day ist heuer am 3. Oktober.

Die SPÖ-Frauen setzen sich seit jeher für gleichen Lohn für gleichwertige Arbeit ein. Vieles wurde erreicht, es ist aber noch ein weiter Weg bis zur echten Gleichberechtigung.