Schweigkofler / Yildirim zu Kinderbetreuung in den Gemeinden: „Geht nicht, gibt’s nicht“

Während andere jammern macht die Gemeinde Oberndorf vor, wie man auch am Land vorbildliche Kinderbetreuung organisieren kann, die die Vereinbarkeit von Beruf und Familie ermöglicht.

Von der Kinderkrippe bis zum SchülerInnenhort: Die Gemeinde Oberndorf macht vor, wie man Kinderbildung und -betreuung auch in einer kleinen Gemeinde so organisieren kann, dass Beruf und Familie kein Widerspruch sind. Geöffnet ist von 7 bis 17.30 Uhr, nur an fünf Werktagen im Jahr haben die Einrichtungen geschlossen.

„Geht nicht, gibt’s nicht“, sind sich Bürgermeister Hans Schweigkofler und SPÖ-Landesfrauenvorsitzende Selma Yildirim einig.

„Wenn der Wille dazu da ist, lässt sich das sehr gut umsetzen. Das ist eine Frage der politischen Prioritäten. Uns war es in der Gemeinde wichtig, ein gutes Angebot für Familien zu schaffen und in die Zukunft, nämlich unsere Kinder, zu investieren. Ein qualitätsvolles Angebot bedeutet gleiche Bildungschancen für alle, unabhängig von der sozialen Herkunft“, erklärt der Bürgermeister.

Der Kindergarten in Oberndorf wird von der Gemeinde, Krabbelstube und Hort von der Volkshilfe betrieben. Die Gemeinde stellt Gebäude und Ausstattung zur Verfügung, hebt die Beiträge ein und deckt den Abgang. Der Andrang ist groß. Aktuell werden in der Krippe 27, im Kindergarten 50 und im Hort 40 Kinder betreut. Ab 14 Uhr werden Krippe und Hort alterserweitert geführt. „So steht jedem Kind in Oberndorf ein ganztägiges, ganzjähriges Angebot zur Verfügung“, schildert Schweigkofler.

„Ein derartiges Angebot ist in Tirol leider nach wie vor keine Selbstverständlichkeit. Davon kann man sich mit einem Blick in die Landesstatistik überzeugen. Es freut mich sehr, dass Hans Schweigkofler in seiner Gemeinde ein positives Beispiel gesetzt hat und ich hoffe, dass es ihm viele seiner KollegInnen nach tun“, so Yildirim.

In Tirol haben aktuell nur 29,4% der betreuten Kinder zwischen 3 und 5 Jahren und 48,7% jener zwischen 0 und 2 Jahren einen Betreuungsplatz, der den Vereinbarkeitskriterien entspricht. Durchschnittlich haben Kindergärten in Tirol nach wie vor an 44 Tagen pro Jahr zu, rund die Hälfte schließt vor 15 Uhr.

„Das trifft ganz besonders die Frauen. Teilzeitbeschäftigung, Abhängigkeit, Armutsgefährdung und eine Pension, die nicht zum Leben reicht, sind die Folgen. Ein Rechtsanspruch auf einen Ganztages-Kinderbetreuungsplatz ab dem 1. Geburtstag ist für die SPÖ daher Koalitionsbedingung“, stellt Yildirim, Tiroler Nationalratsspitzenkandidatin, klar.