Frauen in der Forschung und Frauenforschung fördern

Ausschreibung des Maria-Ducia-Forschungspreises läuft bis 15.10.

Frauenanteil bei den ProfessorInnen an der LFU bei nur 18,5%

„Wir freuen uns sehr, dass es nach einer Pause wieder gelungen ist, den Maria-Ducia-Forschungspreis heuer auszuschreiben. Benannt nach einer kämpferischen Sozialdemokratin und der ersten Frau im Tiroler Landtag wird der Preis von der SPÖ Tirol gestiftet. Uns ist es ein großes Anliegen, junge WissenschaftelerInnen zu fördern. Konkret angesprochen sind jene, die sich mit feministischen, frauenspezifischen Themen beschäftigen. Besonders bedanken darf ich mich in diesem Zusammenhang bei der Initiatorin des Preises, der Politikwissenschaftlerin Alexandra Weiss vom Büro für Gleichstellung und Gender Studies der Universität Innsbruck“, so Landesfrauenvorsitzende Selma Yildirim.

„Der Maria-Ducia-Forschungspreis ist eine Möglichkeit NachwuchswissenschafterInnen zu motivieren und bei der Fertigstellung ihrer Arbeit zu unterstützen. Das ist angesichts des Mangels und der Unterfinanzierung der Universitäten für viele immer schwieriger möglich. Dieser Umstand führt auch dazu, dass viel Potential verloren geht, vor allem in der wenig „profitablen“ kritischen Sozial- und Geisteswissenschaften. Denn der neoliberale Mainstream geht natürlich auch an Universitäten nicht vorüber, sondern hat diese vielmehr fest im Griff. Der Maria-Ducia-Forschungspreis ist eine – wenn auch zugegebenermaßen in Relation beschränkte – Initiative, dem gegenzusteuern und kritische Geschlechterforschung sichtbar zu halten. Er dient aber auch dazu einer breiteren Öffentlichkeit, jenseits der Universität zu vermitteln, womit sich Frauen- und Geschlechterforschung beschäftigt“, schildert Alexandra Weiss.

Bildung war nicht nur für Maria Ducia zentral, sie ist es für die SPÖ nach wie vor. Yildirim: „Frauen waren noch nie so gut ausgebildet wie heute. Dennoch stoßen sie immer noch an gläserne Decken, verdienen weniger als ihre männlichen Kollegen. Auch auf den Universitäten sind Frauen in Führungspositionen immer noch deutlich seltener anzutreffen als Männer. Das wollen wir ändern. Daher ist es wichtig, junge Wissenschaftlerinnen zu bestärken und zu fördern, sowie ihre Leistungen sichtbar zu machen.“

Die „Wissensbilanz 2015“ der LFU Innsbruck weist etwa beim Anteil der Professorinnen unter den Neuberufenen nur 13,6% (3 von 22) aus. Insgesamt sind von den 243 aktiven ProfessorInnen nur 45 Frauen. Das ist eine Quote von 18,5%.

2015 wurden 22 Lehrbefugnisse (Habilitationen) erteilt, davon 6 (27%) an Frauen.

Im Rektorat und im Universitätsrat wurde eine Frauenquote von 40% erreicht, im Senat lag sie bei 27%.