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Rendi-Wagner bei „Team-A“-Diskussion: Frauenquote ist kein Allheilmittel, aber ein wirkungsvolles Instrument

Kern-Personenkomitee lud zu hochkarätiger Diskussion mit Regisseurin Mückstein und Geschlechterforscher Scheibelhofer über frauenpolitische Herausforderungen

„Die Frauen, die Quote und die Zukunft!“ – dieses wichtige Thema wurde gestern, Dienstagabend, auf Einladung des „Team-A“, dem Personenkomitee zur Unterstützung von Christian Kern, in Wien diskutiert. Frauenministerin und Bundeslistenzweite zur Nationalratswahl Pamela Rendi-Wagner sprach mit Katharina Mückstein, Regisseurin und Vorstandsmitglied des FC Gloria, und Geschlechterforscher Paul Scheibelhofer über die Rahmenbedingungen, die es braucht, um mehr Frauen den Weg an die Spitze zu ermöglichen. Der Tenor bei diesem gut besuchten Diskussionsabend war klar: Die Quote ist ein wichtiges Instrument auf diesem Weg.

„Die Quote wirkt!“, stellte Rendi-Wagner fest. Das zeigt die selbst gesetzte Quote des Bundes für staatsnahe Unternehmen, wo es bereits einen Frauenanteil von über 40 Prozent in den Aufsichtsräten gibt. Klar sei aber auch, dass die Quote „kein Allheilmittel“ ist: „Es braucht darüber hinaus Maßnahmen, um Frauen auf allen Ebenen und in allen Bereichen zu unterstützen und Gleichstellung am Arbeitsmarkt zu fördern, etwa, um Frauen auch in technische Bereiche zu bringen“, sagte Rendi-Wagner. In der Privatwirtschaft sind aktuell nur 18 Prozent Frauen in Aufsichtsräten, in der Geschäftsführung überhaupt nur sieben von 100. „Dabei sind die Hälfte aller Erwerbstätigen Frauen – mit der gesetzlichen Quote für Aufsichtsräte wird jetzt ein Stück mehr Gerechtigkeit geschaffen“, so die Ministerin zur ab 2018 geltenden 30-Prozent-Quote für Frauen in Aufsichtsräten großer börsennotierter Unternehmen. Der nächste Schritt muss, wie im Plan A gefordert, eine 40-Prozent-Quote sein sowie eine Quote für Leitungsfunktionen.

„Es gibt ja bereits eine Quote, eine unsichtbare Männerquote, dort, wo es um Geld und Macht geht“, sagte Geschlechterforscher Scheibelhofer. „Männerbünde sind flexibel, die Unternehmenskultur ändert sich nicht automatisch durch Anwesenheit von Frauen“, es brauche einen Wandel, wenn es darum geht, wie Anerkennung entsteht. Regisseurin Mückstein bestätigt: „Kompetenz wird auf eine bestimmte Art verstanden und ist von einem sehr männlichen Bild geprägt. Bei der Frauenquote gehe es um Gerechtigkeit, „nicht nur um die Frage, ob es dem Unternehmen mehr Profit bringt“, betont Scheibelhofer.

Erörtert wurde aber nicht nur die Notwendigkeit einer Quote, sondern auch der Frage nachgegangen, ob Feminismus eigentlich noch modern ist. Für Rendi-Wagner ist klar: „Wer behauptet, Feminismus hat sich erübrigt und gehört der Vergangenheit an, irrt.“ Eine Studie zeigt: 46 Prozent der befragten Frauen bezeichnen sich heute als Feministin. Auf die Frage, was für eine Zukunft sie sich für ihre Töchter wünsche, antwortete Rendi-Wagner mit einem Zitat Johanna Dohnals: „Ich denke, es ist Zeit, daran zu erinnern: Die Vision des Feminismus ist nicht eine ‚weibliche Zukunft‘. Es ist eine menschliche Zukunft. Ohne Rollenzwänge, ohne Macht- und Gewaltverhältnisse, ohne Männerbündelei und Weiblichkeitswahn.“

Mehr Infos zum Team A unter: http://team-a.at

Service: Fotos der Veranstaltung finden Sie auf der SPÖ-Flickr-Seite https://tinyurl.com/y9rpqmw2