Yildirim: „Weitere Verbesserungen bei Kinderbetreuung in Tirol notwendig“

Die Hälfte der Kindergärten schließt vor 15 Uhr, 44 Schließtage pro Jahr, nur 29% der Kindergartenkinder haben Betreuungsplatz, der den Vereinbarkeitskriterien entspricht

„Bei ganztägiger, ganzjähriger Bildung und Betreuung von Kindern sowie Vereinbarkeit von Beruf und Familie gibt es in Tirol immer noch dringenden Handlungsbedarf. Darüber kann sich das Land auch durch leichte Verbesserungen in der Kinderbetreuungsstatistik nicht hinwegschwindeln“, sagt Landesfrauenvorsitzende GRin Selma Yildirim.

Nicht einmal die Hälfte der Kindergärten in Tirol hat nach 15 Uhr geöffnet, an 44 Tagen ist überhaupt geschlossen. Die Betreuungsquote bei den unter-3-jährigen Kindern liegt bei 24,6%. Bereits im Jahr 2010 hätte das Barcelona-Ziel von 33% erreicht sein sollen.

Nur 29,4% der betreuten Kinder zwischen 3 und 5 Jahren haben einen Betreuungsplatz, der den Vereinbarkeitskriterien entspricht, 48,7% sind es bei den 0- bis 2-Jährigen. „Von einer Vereinbarkeit von Beruf und Familie sind wir in Tirol also nach wie vor meilenweit entfernt“, stellt Yildirim klar.

„Ein qualitätsvolles Angebot, das die Möglichkeit schafft, Beruf und Familie zu vereinen, ist ein wesentlicher Schritt zur Gleichberechtigung und um die Lohnschere zwischen Frauen und Männern zu schließen. Auch für die Kinder ist das enorm wichtig, da so unterschiedliche Ausgangsbedingungen wie soziale Herkunft möglichst rasch ausgeglichen werden können. Das bedeutet gleiche Bildungschancen für alle“, schildert Yildirim.

Yildirim drängt daher einmal mehr auf die Fortsetzung der 15a-Vereinbarung zum Ausbau der Kinderbetreuung, insbesondere was die Ausweitung der Öffnungszeiten sowie die Kleinkindbetreuung betrifft, zwischen Bund und Ländern. Hier sei die ÖVP gefordert.