Pensionen: Wie soll die Zukunft aussehen?

Bild: SPÖ

Weiter geht es in unserer Interview-Serie "Was bewegt Frauen in der Pension". Brigitte Kriebaum hat mit 16 Jahren gleich nach der Handelsschule zu arbeiten begonnen und ist heute in der Pension als Bezirksrätin in der SPÖ-Landstraße aktiv.

Wie ist dein beruflicher Werdegang?

Mit 16 Jahren, gleich nach der Handelsschule, habe ich in einem großen Unternehmen fünf Jahre lang als Stenotypistin gearbeitet, hab dann zwei Kinder bekommen, Auszeit genommen und war dann bei der Firma Persil im Bereich Öffentlichkeitsarbeit tätig. Dort habe ich Werksführungen gemacht. Das war damals in der Zeit, als die Kinder klein waren, für mich ideal. Erstens habe ich einen Weg zur Arbeit von fünf Minuten gehabt. Man konnte sich auch die Zeit recht gut einteilen. Ich habe in der ersten Zeit Führungen für Schulkinder gemacht, später habe ich dann auch die Öffentlichkeitsarbeit im Büro mitgemacht, bin dann in den Betriebsrat eingestiegen und war später Betriebsratsvorsitzende. Später habe ich bis zur Pension im Betrieb meines Mannes mitgearbeitet und war dort angestellt.

Was hat dich in der Pension am meisten überrascht?

Mit den vielen Jahren, die ich gearbeitet habe, wäre eigentlich das Pensionsantrittsalter für die Frauen 55 Jahre gewesen. Meine Pensionierung ist in die schwarz-blaue Regierung gefallen, da wurde das Antrittsalter schon langsam hinaufgesetzt. Also habe ich eineinhalb Jahre länger gearbeitet, als geplant. Die schwarz-blaue Regierung hat viel Negatives für die Frauen gebracht. Der lange Durchrechnungszeitraum, den die Regierung Schüssel eingeführt hat, ist für Frauen katastrophal. Ich bin seit ewigen Zeiten politisch tätig und in der SPÖ-Landstraße als Bezirksrätin aktiv. Das ist mir sehr wichtig.

Viele Frauen arbeiten ein Leben lang und bekommen wenig Pension. Wie können wir das ändern?

Es fängt bei der Bildung an, es beginnt im Kindergarten. Wenn ich heute manchmal Mädchen höre, die glauben, sie heiraten und sind dann eh versorgt, dann finde ich das sehr bedenklich. Bildung ist das erste und wesentliche. Wir müssen auch die Voraussetzungen dafür schaffen, dass es mehr Jobs gibt. Ansonsten glaube ich, dass wir alles dafür tun, speziell Frauen weiterzuhelfen und zu schauen, dass sie gleichberechtigt sind. Wir haben das immer getan.

Was wünscht du dir für die Jungen?

Ich würde mir wirklich wünschen, dass wir als SPÖ bei dieser Wahl so aussteigen, dass wir auch etwas bewirken können. Die jungen Leute haben das verdient. Wir haben immer gesagt, unseren Kindern soll es besser gehen. Ich hoffe sehr, dass die konservative Politik nicht zum Zug kommt, sonst sehe ich eher dunkelgrau oder gar schwarz. Ich fürchte, dass jene die jetzt dem Herrn Kurz nachlaufen, nicht daran denken, was das in der Folge bedeutet. Dass das für sie persönlich Probleme schaffen wird. Ich habe drei Enkelkinder, denen kann ich nur wünschen, dass nicht alles was wir mühsam erkämpft haben weggewischt wird. Es geht uns in Österreich gut, dass soll auch so bleiben.

Weiterlesen im Wahlprogramm zum Thema Pensionen:

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Wahlprogramm Pensionen