Pensionen: Hilde Hawlicek im Gespräch

Bild: PVÖ

Dr.in Hilde Hawlicek ist Sprecherin für Bildung, Kultur und Internationales im  Pensionistenverband Österreichs und im Bundesfrauenvorstand der SPÖ aktiv. Von 1987 bis 1990 war sie Bundesministerin für Unterricht, Kunst und Sport. Wichtige Reformen wie die Zulassung der Mädchen zu allen Schultypen, das Aufbrechen der Geschlechterrollen im Unterricht und die Einführung der ganztägigen Schulformen gehen auf ihr Konto.

Frauen bekommen im Schnitt 40 Prozent weniger Pension als Männer. Woran liegt das?
In erster Linie ist das zurückzuführen auf die starke Teilzeitbeschäftigung der Frauen. Seit der Pensionsreform der schwarz-blauen Regierung werden für die Pension alle Versicherungsjahre und nicht mehr die 10 bzw. 15 besten Jahre berechnet. Diese Verschlechterung bei den Pensionen hat vor allem die Frauen betroffen. Dazu kommt die Einkommensschere zwischen Frauen und Männern.

Wie können wir das ändern?
Es war dem Pensionistenverband ein großes Anliegen die Mindestpensionen, die vor allem die Frauen bekommen, anzuheben. Wichtig ist die Anhebung der Ausgleichszulage für Alleinstehende bei 30 Beitragsjahren auf 1.000 Euro. Das ist eine Errungenschaft der Regierung Kern. Wir wollen, dass auch die Kindererziehungszeiten hier einberechnet werden. Wichtig waren auch die zusätzlichen 100 Euro am Jahresende und die erstmalige Auszahlung der Steuergutschrift (Negativsteuer) von 110 Euro für MindestpensionistInnen. Das wollen wir weiter!

Die ÖVP hat pausenlos versucht das Frauenpensionsantrittsalter frühzeitig zu erhöhen. Ist das jetzt endlich vom Tisch?
Wenn die SPÖ weiterhin den Bundeskanzler stellt, ist die Forderung endgültig vom Tisch. Es bleibt bei der vereinbarten schrittweisen Anhebung ab 2024.

ÖVP Finanzminister Hans Jörg Schelling will die Einführung der Pensionsautomatik. Das heißt arbeiten bis 70 und weniger Pension. ÖVP Obmann Sebastian Kurz forderte in einem Radio-Interview eine Pensions-Nullrunde und bezeichnete Pensionsanpassungen als „Ausbeutung der Jungen“. Dem stellen wir uns entgegen.

Wie will die SPÖ die Pensionen in der Zukunft sichern?
Nach den schlechten Erfahrungen für die PensionistInnen bei der Schwarz-Blauen Regierung, bei der die Pensionen gekürzt wurden, fordern wir jetzt eine Pensionsgarantie, die in der Verfassung festgeschrieben wird.

Was sind die nächsten wichtigen Schritte?
Die SPÖ steht für einen starken Sozialstaat. Der Präsident des Pensionistenverbandes Karl Blecha warnt vor drohender Armut im Alter und macht sich für eine stärkere Anhebung der niedrigen und mittleren Pensionen stark. Der Plan A enthält zentrale Forderungen des Pensionistenverbandes wie die  Abschaffung des Pflegeregresses und die jährliche Anpassung des Pflegegeldes an die Inflation. SPÖ-Bundeskanzler Christian Kern ist ein Garant für sichere und gerechte Pensionen für alle.

Weiterlesen im Wahlprogramm zum Thema Pensionen:

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Wahlprogramm Pensionen