Einkommen; Schwaz; Tirol

Frauen im Bezirk Schwaz verdienen fast 42% weniger als der durchschnittliche Österreicher

SPÖ-Frauen analysierten Situation im Bezirk und präsentierten Vorschläge für eine gerechtere Arbeitswelt
 
Platz 108 von 117 – das ist jener, den der Bezirk Schwaz bei den Einkommen von Frauen einnimmt. Damit landet der Bezirk wieder in den „Worst 10“.
„Die Schwazerinnen verdienen im Durchschnitt 14.259,- Euro netto pro Jahr und liegen damit um 4% hinter dem Tiroler Frauen-Durchschnittseinkommen“, schildern SPÖ-Bezirksfrauenvorsitzende GRin Elisabeth Fleischanderl sowie Bezirksvorsitzender LA Bgm. Klaus Gasteiger.
„Der Handlungsbedarf ist nach wie vor enorm. Es gilt Maßnahmen zu setzen, um die Einkommensschere endlich zu schließen. Unser Ziel ist es, das jede Frau mit ihrer Arbeit ein selbstbestimmtes Leben führen kann“, so Fleischanderl und Gasteiger.
Nur knapp 31,2% der Frauen (Männer: 64%) im Bezirk haben eine ganzjährige Vollzeitbeschäftigung. „Wenn wir Arbeit gerechter verteilen, sowohl die bezahlte, als auch die unbezahlte, profitieren alle davon“, ist Fleischanderl überzeugt. Einen Neubewertung brauche es auch bei der Bewertung von Arbeit, den Berufe, in denen überwiegend Frauen arbeiten, sind deutlich schlechter bezahlt.
Dass Tirol bei der Vereinbarkeit von Beruf und Familie nach wie vor hinterherhinkt, weiß Kaltenbachs Bürgermeister Klaus Gasteiger aus der täglichen Erfahrung: „Wir haben in unserer Gemeinde sehr früh ein Angebot für berufstätige Eltern geschaffen. Für eine Gemeinde ist das längst ein Standortvorteil.“
 
Die meisten Schwazerinnen (24%) arbeiten in der Beherbergung- und Gastronomie. Das ist gleichzeitig jene Branche, die am schlechtesten bezahlt ist, wie die Analyse der aktuellen Lohnsteuerdaten (2015) zeigt. Um 8% weniger als im Tirolvergleich verdienen die Schwazerinnen im öffentlichkeitsnahen Sektor. Dennoch erreichen Frauen in diesem Bereich die höchsten Einkommen (bei ganzjähriger Vollzeit). 23% arbeiten hier.
 
Frauen in Schwaz verdienen:
Um 4% weniger als der Tiroler Frauen-Durchschnitt und um 8% weniger als der Tirol-Durchschnitt
Um 15,2% weniger als die durchschnittliche Frau und 41,8% als der durchschnittliche Mann in Österreich
Um 24% weniger als Männer im Bezirk Schwaz (bei ganzjähriger Vollzeitarbeit), das ist der zweitschlechteste Wert in Tirol
Bei ganzjähriger Vollzeitarbeit 22.878,- Euro netto pro Jahr (Männer 30.016,-)
Durchschnittlich 1019,- Euro netto pro Monat (Männer 1653,- Euro)
 
Weil es gerecht ist – Maßnahmen:
Mindestlohn von 1500,- Euro
Einkommenstransparenz – Wissen ist Macht
Partnerschaftliche Aufteilung der unbezahlten Arbeit und Familienarbeit fördern
Erwerbsarbeit gerecht verteilen
Ganzjährige Vollzeitarbeitsplätze forcieren
Ganzjährige und ganztägige Kindebildung und –betreuung
Vereinbarkeit von Beruf und Familie fördern, Teilzeitarbeit darf kein Instrument der Vereinbarkeit sein
Arbeit neu bewerten und Branchen, in denen viele Frauen arbeiten, einkommenstechnisch aufwerten
Ausgeglichener Branchenmix, Landeseinrichtungen und damit sichere, gut bezahlte Arbeitsplätze auch in den Bezirken