Einkommensunterschied, Imst, tirol

Frauen im Bezirk Imst verdienen fast 43% weniger als der durchschnittliche Österreicher

SPÖ-Frauen analysierten Situation im Bezirk und präsentierten Vorschläge für eine gerechtere Arbeitswelt

Die Einkommen von Frauen im Bezirk sind die sechstschlechtesten in ganz Österreich.
„Die Imsterinnen verdienen im Durchschnitt 14.007,- Euro netto pro Jahr und liegen damit um 6% hinter dem Tiroler Durchschnittseinkommen“, schildern SPÖ-Landesfrauenvorsitzende Selma Yildirim sowie Paulina Gstrein und Alexandra Zolitsch von den Bezirksfrauen Imst.
„Der Handlungsbedarf ist nach wie vor enorm. Es gilt Maßnahmen zu setzen, um die Einkommensschere endlich zu schließen. Unser Ziel ist es, das jede Frau mit ihrer Arbeit ein selbstbestimmtes Leben führen kann“, so die SPÖ Frauen.
Nur knapp 29% der Frauen (Männer: 60,3%) im Bezirk haben eine ganzjährige Vollzeitbeschäftigung. Tirol hinkt bei der Vereinbarkeit von Beruf und Familie nach wie vor hinterher.
„Die Einkommen im Bereich Beherbergung und Gastronomie sind im Bezirk Imst besonders niedrig, wie eine Analyse der aktuellen Lohnsteuerdaten (2015) zeigt. Deutlich weniger als im Tirolvergleich verdienen die Imsterinnen in den Branchen Verkehr und Herstellung von Waren“, so Yildirim. Branchenmäßig arbeiten die meiste Imsterinnen im öffentlichkeitsnahen Sektor (29%), hier ist das Einkommen am höchsten.
 
Frauen in Imst verdienen:
Um 6% weniger als der Tiroler Durchschnitt
Um 16,7% weniger als die durchschnittliche Frau und 42,8% als der durchschnittliche Mann in Österreich
Um 23,6% weniger als Männer im Bezirk Imst (bei ganzjähriger Vollzeitarbeit)
Bei ganzjähriger Vollzeitarbeit 22.881,- Euro netto pro Jahr (Männer 29.963,-)
 
Weil es gerecht ist – Maßnahmen:
Mindestlohn von 1500,- Euro
Einkommenstransparenz – Wissen ist Macht
Partnerschaftliche Aufteilung der unbezahlten Arbeit und Familienarbeit fördern
Erwerbsarbeit gerecht verteilen
Ganzjährige Vollzeitarbeitsplätze forcieren
Ganzjährige und ganztägige Kindebildung und –betreuung
Vereinbarkeit von Beruf und Familie fördern, Teilzeitarbeit darf kein Instrument der Vereinbarkeit sein
Arbeit neu bewerten und Branchen, in denen viele Frauen arbeiten, einkommenstechnisch aufwerten
Ausgeglichener Branchenmix, Landeseinrichtungen und damit sichere, gut bezahlte Arbeitsplätze auch in den Bezirken