Berger-Krosch, Weltflüchtlingstag, Wien

SPÖ-Berger-Krotsch: Bewusstsein für frauenspezifische Fluchterfahrungen schaffen!

Laut Angaben der Vereinten Nationen sind mehr als die Hälfte der Flüchtlinge Frauen und junge Mädchen

Anlässlich des Weltflüchtlingstags macht die Frauensekretärin der Wiener SPÖ, LAbg. Nicole Berger-Krotsch auf die schwierigen Fluchtgründe von Frauen aufmerksam: „Flucht und Vertreibung betreffen Frauen genauso wie Männer. Oft ist das Fluchtverhalten jedoch ein anderes. Frauen fliehen häufig aus anderen Gründen als Männer“. Laut Medien-Servicestelle Neue Österreicher/innen (MSNÖ) sind 38 Prozent der Asyl-AnstragstellerInnen in Österreich Frauen. Frauenspezifische Fluchtgründe sind FGM (weibliche Genitalverstümmelung), Witwenverbrennung, Zwangsheirat, fehlender Schutz bei häuslicher Gewalt sowie strukturelle Diskriminierung wie beispielsweise mangelnder Zugang zu Bildung und Arbeitsmarkt.

„In vielen Ländern haben Frauen keine Netzwerke, an die sie sich wenden könnten. Sie werden selbst für die Gewalt verantwortlich gemacht. Hinzu kommt, dass bei einer politisch instabilen Lage die Gewaltbereitschaft generell und im Besonderen gegenüber Frauen steigt. In Kriegssituationen werden frauenspezifische Gewalt sowie Vergewaltigungen als Kriegs- und Einschüchterungstaktik verwendet“, betont Berger-Krotsch.

Auch im Zuge der Flucht erfahren Frauen besonders oft Gewalt und machen traumatische Erfahrungen. „Es ist wichtig, auf diese frauenspezifischen Fluchterfahrungen aufmerksam zu machen. Darum setzt die Stadt Wien bewusst Schwerpunkte zu diesem Thema“, betont Berger-Krotsch. Denn Vertreterinnen von Vereinen, Institutionen und sozialen Einrichtungen, die sich mit Frauen-, Flüchtlings- und Integrationsarbeit beschäftigen, sehen sich häufig mit negativen Erfahrungen von Frauen, insbesondere mit (sexueller) Gewalt und Traumatisierung, konfrontiert. Darum fanden bereits Informationsvorträge der „MA 17 – Integration und Diversität“ statt. Das Wiener Programm für Frauengesundheit veranstaltete außerdem die interdisziplinäre Konferenz "Flucht aus Frauenperspektive – bleibt die Gesundheit auf der Strecke?", um einen geschlechtsspezifischen Blick auf die gesundheitliche Situation und Versorgung von weiblichen Flüchtlingen zu legen.

„Junge Schutzbedürftige, Frauen und Familien brauchen unsere volle Unterstützung. Sie erleben Erniedrigung, Angst und Gewalt. Es ist eine Frage der Solidarität, gerade diesen Menschen unsere Hilfe anzubieten“, betont Berger-Krotsch. Diese Verantwortung habe Wien immer wahrgenommen und zusätzlich Plätze für Familien und unbegleitete Minderjährige geschaffen. "Wien übernimmt Verantwortung, das zeichnet eine Menschenrechtsstadt aus", schließt Berger-Krotsch.