Nachmittagsbetreuung, Yildirim, Vereinbarkeit

Yildirim: „Nachhilfe daheim lastet zu 83% auf Schultern der Frauen – mehr Ganztagsschulen“

Tirol bei externer Nachmittagsbetreuung mit nur 16% Schlusslicht

Das Schuljahr nähert sich mit Riesenschritten der heißen Endphase und damit in vielen Familien zu Spannungen. „62% der Schulkinder brauchen beim Lernen die Hilfe der Eltern. Zu 83% sind es die Mütter, die diese Aufgabe – oft zusätzlich zum Job und der Hausarbeit – schultern“, schildert Selma Yildirim, Landesfrauenvorsitzende der SPÖ Tirol.

„Werden Hausaufgaben und Lernen in der Schule erledigt, sinkt der Druck auf die Familien. Sowohl zeitlich als auch finanziell. Das sorgt für mehr Chancengerechtigkeit bei der Bildung“, ist Yildirim überzeugt. Für sie ein wesentliches Argument, die Ganztagsschulen mit verschränktem Unterricht auszubauen.

Am schlechtesten ist die Situation in Tirol. „Bei uns haben nur 16% der Kinder eine externe Nachmittagsbetreuung. Damit ist Tirol wieder einmal Schlusslicht im österreichweiten Vergleich. Wien führt mit 35%“, so Yildirim.

Ganz besonders profitieren würden Kinder aus einkommensschwachen Familien, die sich keinen Nachhilfeunterricht leisten können. Außerdem jene, deren Eltern selbst nur einen Pflichtschulabschluss haben. Gerade diese Kinder sind besonders auf zusätzliches Lernen angewiesen und ihre Eltern häufig fachlich überfordert.

Die Arbeiterkammer Wien rechnet vor, dass das Lernen Eltern und Kinder viel Freizeit kostet. Genau genommen pro Jahr im Ausmaß von 28.000 Vollzeitbeschäftigten. Das geht aus dem Nachhilfebarometer 2017 hervor.

Hochgerechnet werden in Tirol heuer ca. 6,4 Mio. Euro für Nachhilfe ausgegeben. Pro betroffenem Kind sind das im Durchschnitt 700,- Euro.

Nachzulesen ist die Studie hier: https://media.arbeiterkammer.at/wien/PDF/studien/bildung/Nachhilfe_in_Oesterreich_2017.pdf