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„Missing Children“ – Kucharowits: Forderung nach Obsorge für geflüchtete Kinder ab dem ersten Tag

„Unbegleitete Kinder und Jugendliche werden oft – vor allem, wenn sie in großen Betreuungsinstitutionen untergebracht sind – alleine gelassen. Daher ist unsere Forderung Obsorge durch die Kinder- und Jugendhilfe ab dem ersten Tag“

, hält SPÖ-Kinder- und Jugendsprecherin Katharina Kucharowits nach den Workshops der parlamentarischen Enquete des SPÖ-Parlamentsklubs „Missing Children“ fest. Sobald ein Kind unbegleitet in Österreich ankommt, müsse es in die Zuständigkeit der österreichischen Kinder- und Jugendhilfe fallen, unabhängig davon, ob es ein Asylverfahren gebe oder nicht.

„Die Regel muss sein, dass das Kind im Vordergrund steht, egal, ob es geflüchtet ist oder aus anderen Gründen allein in Österreich ankommt“, betonte Kucharowits. Es müssen dafür alle Stellen sensibilisiert werden, dass das Kindeswohl über allem stehe.

Wichtig sei auch eine grenzüberschreitende Zusammenarbeit, gerade im sozialen Bereich brauche es eine europäische Vernetzung. „Ganz klar ist auch, dass es mehr finanzielle Ressourcen für die Kinder- und Jugendhilfe braucht.“

Ein weiterer Forderungspunkt ist die Beschleunigung der Asylverfahren. Denn bei unbegleiteten Minderjährigen, bei denen nicht geklärt ist, wer zuständig ist, bestehe eine große Gefahr, in der Zeit zu verschwinden, sei es durch eine kriminelle Tat oder weil sie sich nicht willkommen fühlen. „Kinder dürfen gar nicht in diese Situation gebracht werden“, so Kucharowits.

Auch eine zentrale Stelle, über die Familienangehörige gesucht werden können und bei der Infos hinterlassen werden können, sei unbedingt notwendig, so die SPÖ-Kinder- und Jugendsprecherin.

„Das war heute der Auftakt. Wir wollen bei der Erarbeitung von Konzepten so viele PlayerInnen wie möglich an Bord haben, um eine Strategie für die Kinder und Jugendlichen zustande zu bringen. Kinderrechte müssen für alle Kinder gleich gelten, das muss uns gelingen!“, so Kucharowits.