Ursula Huws‘ Keynote beim Barbara Prammer Symposium 2017

Ursula Huws, Professorin für Arbeit und Globalisierung an der Universität Hertfordshire, forscht seit den 1970ern zu den Veränderungen der globalen Arbeitsteilung durch die Digitalisierung.

Ihre Keynote beim Barbara Prammer Symposium 2017 ist hier in voller Länge abrufbar. (www.youtube.com/watch?v=oQK4KonBBFY)

Werden neue Technologien uns von langweiliger Wiederholungstätigkeit befreien? Oder werden Roboter bald unsere Arbeit ganz übernehmen? Fest steht, dass Globalisierung und Digitalisierung unsere Lebens- und Arbeitswelt rasend schnell verändern – mit positiven und negativen Folgen. Bisher profitierten vor allem Männer von den herrschenden Paradigmen: Beständigkeit, soziale Sicherheit, fixer Lohn bei fixen Arbeitszeiten. Die Kehrseite davon: Bürokratie, wenig kreativer Spielraum, wenig Selbstbestimmung, festgelegte Rollenbilder. Das alles ist nun im Umbruch begriffen: Neue Arbeitsfelder und neue Formen der Arbeitsorganisation entstehen. Zu den zu erwartenden positiven Auswirkungen von Digitalisierung und Globalisierung gehört es, dass Arbeit in Zukunft „unisex“ wird, da körperliche Voraussetzungen eine zunehmend untergeordnete Rolle spielen. Arbeit wird künftig immer flexibler, sie wird unabhängig von Ort und Zeit. Das kann besonders für Frauen Chancen bieten, Beruf und Familie, Job und Pflegearbeit lassen sich besser vereinbaren. Es gibt insgesamt mehr kreative Spielräume, aber auch größere soziale Unsicherheit. Huws ist sich sicher: Keine Entwicklung ist unvermeidlich, es liegt an uns als Gesellschaft, wie wir mit den Veränderungen umgehen: „Für jeden Trend gibt es einen Gegentrend“, sagt die Arbeitssoziologin. An die Politik hat Huws eine Botschaft: „Das Wichtigste ist, den Menschen Hoffnung zu geben und das Vertrauen wiederzugeben, das man etwas verändern kann.“