Altersarmut, Blanik, Einkommensgerechtigkeit

Blanik/Yildirim: „Altersarmut bei Frauen den Kampf ansagen“

Schwarz-blaue Reform korrigieren, Durchrechnungszeitraum verkürzen. Einkommensgerechtigkeit bedeutet Armutsvermeidung.

Altersarmut ist in Österreich vor allem weiblich. Das hat verschiedene Gründe. Einer davon ist, dass Frauen die von der schwarz-blauen Bundesregierung beschlossene „Reform“ des Pensionssystems ausbaden müssen. Eine Tirolerin bekommt nur 59% der Pension, die ein Tiroler bekommt. Die durchschnittliche ASVG-Pension einer Tirolerin beträgt 846,- Euro monatlich brutto.

In vielerlei Hinsicht ist unsere Gesellschaft immer noch auf einen Mann, der das Geld verdient, und eine Frau, die sich um Kinder und Haushalt kümmert, ausgerichtet. Das zeigt sich z.B. bei der Teilzeitquote, der unterschiedlichen Entlohnung von technischen „Männerberufen“ und sozialen „Frauenberufen“ oder bei den Öffnungszeiten von Kinderbetreuungseinrichtungen.

„All das steht im Widerspruch zum Pensionssystem. Eine Ungerechtigkeit, der wir den Kampf ansagen. Soziale Sicherheit und Armutsvermeidung sind unsere vorrangigen Ziele“, so die Tiroler SPÖ-Chefin Elisabeth Blanik und Landesfrauenvorsitzende Selma Yildirim.

„Eingebrockt hat uns das die schwarze-blaue Bundesregierung mit der Verlängerung des Durchrechnungszeitraums. Von sozial keine Spur. Viele Frauen meiner Generation hatten keine Chance, Kinder und Vollzeitarbeit miteinander zu kombinieren. Sie bekommen in der Pension die Rechnung dafür präsentiert. Die Änderungen wurden viel zu schnell umgesetzt, um darauf noch entsprechend reagieren zu können. Mit diesem Problem dürfen wir die Frauen nicht alleine lassen“, stellt Blanik klar.

„Schon heute sind 61% jener, die Ausgleichszulage zusätzlich zur Alterspension beziehen, Frauen. Um der Altersarmut bei Frauen entgegenzuwirken, brauchen wir rasch Maßnahmen. Ich fordere daher, den Durchrechnungszeitraum wieder zu verkürzen“, so die Tiroler SPÖ-Chefin.

„Frauen verdienen in Tirol bei ganzjähriger Vollzeitarbeit rund ein Viertel weniger als Männer. Das wirkt sich natürlich auch auf die Pension aus, denn weniger Lohn bedeutet weniger Pension. Altersarmut ist die Fortsetzung von Einkommensarmut. Die Erwerbsbiographien von Männern und Frauen sind sehr unterschiedlich. Lücken in den Versicherungszeiten sowie längere Phasen von Teilzeitarbeit sind für Frauen ebenso Armutsfallen. Gerechtigkeit bei den Löhnen und gerechte Verteilung von bezahlter und unbezahlter Arbeit bedeuten somit auch Armutsvermeidung im Alter“, schildert Yildirim.

In puncto Armutsvermeidung gilt es an vielen Schrauben zu drehen. „Eine davon ist die Kinderbetreuung in Tirol. Lediglich 30% der Kinder zwischen 3 und 5 Jahren haben einen Betreuungsplatz, der dem Vereinbarkeitsindex (VIF) entspricht“, sagt Yildirim.

Nur die Hälfte der Kindergärten in Tirol bieten nach 14 Uhr noch Betreuung an. „Ein Ausbau der Betreuungseinrichtungen mit Öffnungszeiten, die eine echte Vereinbarkeit ermöglichen, ist dringend notwendig.“