Aufsichtsrat, Frauenquote, Arbeiterkammer

AK Frauen.Management.Report

Der Frauen.Management.Report 2017 der AK Wien zeigt, dass bis zur Erfüllung der im Arbeitsprogramm der Bundesregierung festgelegten 30 Prozent noch ein weiter Weg zurückzulegen ist.

Denn aufgrund der aktuell noch immer schwachen Präsenz von Frauen in Aufsichtsräten, fehlen in den börsennotierten sowie in den 200 umsatzstärksten Unternehmen exakt 278 Frauen, um die Quote zu erreichen.

Außerdem zeigt der Bericht, dass es nur marginale Verbesserungen gibt – und leider auch Verschlechterungen. Gleichzeitig ist in punkto Unternehmenskarriere für Frauen oft schon im mittleren Management Schluss.
Erstmals wurde der Frauenanteil unter den Beschäftigten mit Prokura erhoben. Denn schließlich gilt die Betrauung mit dieser kaufmännischen Vollmacht als wichtige Station in Richtung oberste Führungsetage. Ernüchterndes Resultat: In den 200 umsatzstärksten Unternehmen beträgt der Frauenanteil bei den ProkuristInnen magere 15,8 Prozent.

Etwas besser ist das Bild im Aufsichtsrat – der Report untersucht den Frauenanteil sowohl in den Top-200-Betrieben als auch separat bei den börsennotierten Unternehmen. In den Top-200 sind 18,1 Prozent der Aufsichtsratsmandate an Frauen vergeben, ein Zugewinn von 0,4 Prozentpunkten im Vergleich zum Vorjahr.

Noch immer finden sich bei 61 der 200 Unternehmen überhaupt keine Frauen in den Kontrollgremien. Nur 17 Betriebe können eine Aufsichtsratschefin vorweisen.

Bei den börsennotierten Unternehmen sitzen aktuell sogar weniger Frauen in den Kontrollgremien als noch vor einem Jahr – gemessen in Prozent: 16,1 zu 17,4 Prozent. Im Eliteindex ATX liegt der Anteil bei 18,1 Prozent. Das ist zwar besser als der Durchschnitt, im Vergleich zum deutschen DAX aber ebenfalls flau. Im DAX macht der Anteil bereits im Schnitt rund 30 Prozent aus. Deutschland hat allerdings seit Beginn des Vorjahres eine verpflichtende Quote.

Von den Top-200 Unternehmen haben nur 34 die Quote bereits erfüllt, bei den börsennotierten Unternehmen sind es nur acht. Gemessen an der jeweiligen Anzahl der Mitglieder in den Aufsichtsräten ergibt sich folgender Nach-holbedarf: In den Kontrollgremien der Top-200 fehlen 186 Frauen, bei den Börse-Unternehmen 92. In Summe suchen Österreichs Betriebe also 278 Frauen – wobei natürlich Doppel- und Mehrfachbesetzungen dann zu berücksichtigen sind.

Aufholbedarf gibt es aber auch in der Geschäftsführung. Denn ganz oben an der Spitze finden sich Frauen nur noch vereinzelt. Bei den Top-200 liegt der Anteil bei 7,2 Prozent – und damit exakt auf dem Niveau des Vorjahres. Oder anders ausgedrückt: In 159 der 200 Unternehmen ist keine einzige Frau im Vorstand vertreten. Bei den börsennotierten Gesellschaften verschlechterte sich der Prozentsatz von 5,8 Prozent im Jahr 2015 auf 4,0 Prozent 2016 und nun weiter auf 3,9 Prozent.

Hier geht es zum gesamten Report.