Prammer-Symposium – Mit Transparenz Einkommensungleichheit bekämpfen

Das Thema Lohntransparenz stand im Mittelpunkt des Eröffnungstalkes mit Andreas Schieder, Gisela Wurm, Gabriele Heinisch-Hosek und Maria Maltschnig.

„Transparenz ist das Mittel, um Gleichheit beim Einkommen zu schaffen“, machte SPÖ-Klubobmann Andreas Schieder heute, Mittwoch, beim Eröffnungstalk des dritten Barbara Prammer-Symposiums zum Thema "Frauen.Arbeit.Zukunft" deutlich. Das Verschleiern von Einkommensdaten diene lediglich dem Einzementieren von „Ungleichheit und ungleicher Bezahlung“, so der SPÖ-Klubobmann.

Das Thema Lohnungleichheit ist für Frauen in Österreich immer noch allgegenwärtig. Ungleiche Bezahlung bei gleicher Arbeit ist nicht nur ungerecht, so Schieder, sondern mindert die individuelle Lebensqualität. Dass noch immer weder Transparenz noch Gleichheit gegeben sind, macht der SPÖ-Klubobmann auch an patriarchalen Strukturen in der Wirtschaft aus. „Wenn sich die Wirtschaft männlich präsentiert und in den Vorständen und Aufsichtsräten kaum Frauen sitzen, die mit ihrem Know-How positiv mitwirken und darüber hinaus als Vorbilder und Förderinnen agieren können, brauchen wir uns nicht wundern, dass die gläserne Decke noch nicht eingebrochen ist.“

Auch für Gisela Wurm, SPÖ-Sprecherin für Frauen und Gleichbehandlung im Parlamentsklub, haben Role Models eine weitreichende Funktion. „Wir brauchen Quoten für die Führungsetagen – mit Warten allein entwickelt sich das nicht weiter“, ist sich Wurm sicher. „Frauen in Österreich sind sehr gut ausgebildet, haben Berufserfahrung und müssen unterstützt werden, leitende Funktionen zu erobern“, fordert die Abgeordnete. Das betrifft auch die Politik. „Wenn Frauen Politik gestalten, machen sie unsere Gesellschaft lebenswerter und gerechter“, betont Wurm.

Für die Frauen in Österreich Allianzen schmieden und Input für Politik liefern

„Wir kämpfen vor allem für jene Frauen, die es sich nicht richten können – hierfür schmieden wir Allianzen mit den Willigen in der Bundesregierung und mit MultiplikatorInnen und Initiativen der Zivilgesellschaft. Für feministische Politik braucht es Mut und Motivation – beides haben wir, beides behalten wir“, macht Gabriele Heinisch-Hosek, Vorsitzende der SPÖ-Frauen, im Talk deutlich.

Einblick in bevorstehende Projekte und Veranstaltungen des Renner-Instituts gab Maria Maltschnig, Direktorin des Instituts. „Wir widmen uns in diesem Jahr dem Thema ‚Zukunft der Arbeit‘ und werden explizit feministische Analysen und Forderungen in allen Vorhaben einfließen lassen“, so Maltschnig. Ziel des Instituts als „Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Politik“ ist es, Ableitungen zu treffen, die in die politische Gestaltung einfließen.

Einig sind sich alle vier DiskutantInnen, dass ein Transparenzgesetz ein wichtiges Mittel ist, Ungerechtigkeiten gegen Frauen in der Arbeitswelt zu bekämpfen.

Chancen der Digitalisierung nutzen, Risiken erkennen und eindämmen

In der fortschreitenden Digitalisierung der Gesellschaft und der Arbeitswelt sehen die DiskutantInnen viele Chancen. „Die Ditigalisierung erleichtert und beschleunigt Kommunikation und Vernetzung – im Privaten wie in der Wirtschaft. Die Politik hat jedoch die Verantwortung, gleichzeitig arbeitsrechtliche Errungenschaften zu erhalten und auszubauen“, macht Schieder deutlich.

Dem pflichten Wurm und Heinisch-Hosek bei. „Veränderungen in der Arbeitswelt bedeuten, dass wir Frauen Wissenserwerb und Ausbildung ermöglichen müssen“, erklärt Wurm. Heinisch-Hosek appelliert, „vor allem den Frauen Ängste vor einem Umbruch zu nehmen und stattdessen eine neue Ausbildung oder Umschulung – wenn diese notwendig sind – positiv erleben zu können. Wir können und müssen mithelfen, in unserem digitalen Zeitalter Lust auf Neues zu machen“, so Heinisch-Hosek.

Positiv an der Digitalisierung ist für Maltschnig, dass es „keine abgeschlossene Entwicklung ist, sondern ein Prozess, den man gestalten kann“, was genug Möglichkeiten einräumt, Arbeitsbedingungen vor allem von Frauen in den Fokus zu nehmen und Lösungen zu entwickeln, die Benachteiligungen und Verdrängungen verhindern.