Huws, Zukunft, Prammer

Prammer-Symposium – Die Zukunft der Arbeit – eine schöne neue Welt?

Die Veränderte Arbeitswelt birgt Chancen und Risiken und geschlechterspezifische Unterschiede schwinden, sagte die Professorin für Arbeit und Globalisierung von der Universität Hertfordshire Ursula Huws in ihrer Keynote beim Barbara Prammer Symposium "Frauen.Arbeit.Zukunft".

Im Rahmen des dritten Barbara Prammer-Symposiums hat die renommierte Professorin für Arbeit und Globalisierung von der Universität Hertfordshire Ursula Huws eine Keynote zum Thema „Schöne neue Arbeitswelt?“ gehalten. Huws geht der Frage nach, wie sich die Arbeit in Zukunft verändern wird und wie sich das im Besonderen auf die Arbeits- und Lebenswelt von Frauen auswirkt. „Es gibt optimistische und pessimistische Szenarien, was die Zukunft der Arbeit angeht“, sagt Huws. „Dieselben Veränderungen können für manche Menschen negativ und für manche positiv sein; sie können sogar negative und positive Auswirkungen auf ein- und denselben Menschen haben“, hält Huws fest. Die veränderten Rahmenbedingungen können Risiko und Chance bedeuten – in jedem Fall werden sie die Unterschiede von Frauen und Männern in der Arbeitswelt verringern. „Die Zukunft ist, was wir daraus machen“, ist Huws überzeugt.

Werden neue Technologien uns von langweiliger Wiederholungstätigkeit befreien? Oder werden Roboter bald unsere Arbeit ganz übernehmen? Fest steht, dass Globalisierung und Digitalisierung unsere Lebens- und Arbeitswelt rasend schnell verändern – mit positiven und negativen Folgen. Bisher profitierten vor allem Männer von den herrschenden Paradigmen: Beständigkeit, soziale Sicherheit, fixer Lohn bei fixen Arbeitszeiten. Die Kehrseite davon: Bürokratie, wenig kreativer Spielraum, wenig Selbstbestimmung, festgelegte Rollenbilder. Das alles ist nun im Umbruch begriffen: Neue Arbeitsfelder und neue Formen der Arbeitsorganisation entstehen. Zu den zu erwartenden positiven Auswirkungen von Digitalisierung und Globalisierung gehört es, dass Arbeit in Zukunft „unisex“ wird, da körperliche Voraussetzungen eine zunehmend untergeordnete Rolle spielen. Arbeit wird künftig immer flexibler, sie wird unabhängig von Ort und Zeit. Das kann besonders für Frauen Chancen bieten, Beruf und Familie, Job und Pflegearbeit lassen sich besser vereinbaren. Es gibt insgesamt mehr kreative Spielräume, aber auch größere soziale Unsicherheit. Huws ist sich sicher: Keine Entwicklung ist unvermeidlich, es liegt an uns als Gesellschaft, wie wir mit den Veränderungen umgehen: „Für jeden Trend gibt es einen Gegentrend“, sagt die Arbeitssoziologin. An die Politik hat Huws eine Botschaft: „Das Wichtigste ist, den Menschen Hoffnung zu geben und das Vertrauen wiederzugeben, das man etwas verändern kann.“

Info: Ursula Huws ist Professorin für Arbeit und Globalisierung an der Hertfordshire Business School in Großbritannien, sie leitet u.a. das Projekt COST Action IS1202, The Dynamics of Virtual Work, ein internationales, interdisziplinäres Netzwerk, das sich mit der Transformation von Arbeit im Internet-Zeitalter beschäftigt.