Einkommensschere, Einkommensbericht

Yildirim: „In Tirol verdienen Frauen am wenigsten. Lohnschere endlich schließen!“

Forderung nach Einkommenstransparenz in der Privatwirtschaft, Informationspflicht für Teilzeitbeschäftigte bereits umgesetzt.

Durchschnittlich 17.900,- Euro verdiente eine Tirolerin brutto im Jahr 2015 (Männer: 32.635,-). „Im Vergleich der Bundesländer ist Tirol damit wieder einmal Schlusslicht. Das macht der aktuelle Einkommensbericht des Rechnungshofes deutlich. Für viele Tirolerinnen bedeutet das, dass sie mit ihrem Einkommen kein selbstbestimmtes Leben finanzieren können“, schildert Selma Yildirim, Landesfrauenvorsitzende der SPÖ Tirol.

Vergleicht man die Einkommen der Frauen und der Männer zeigt sich, dass die Schere sich langsam schließt, aber immer noch weit offen ist. Hier liegt Tirol vor Vorarlberg am vorletzten Platz, Wien belegt den ersten Platz. Österreichweit beträgt die Einkommensschere 38%, bei ganzjähriger Vollzeitbeschäftigung 17%. Frauen in Tirol kommen auf 55% des Männermedians, bei ganzjähriger Vollzeitarbeit sind es 79%.

„Der Handlungsbedarf ist nach wie vor groß. Wo wir ansetzen müssen ist klar“, schildert Yildirim: „Tirol hinkt bei der Vereinbarkeit von Beruf und Familie hinterher. Sehr viele Frauen arbeiten daher Teilzeit. Mit allen negativen Konsequenzen.“ Ein wichtiger Schritt wurde heuer umgesetzt. Seit 1.1.2016 gibt es die Informationspflicht für Teilzeitbeschäftigte. Plant ein Unternehmen eine Stelle mit höherem Arbeitszeitausmaß auszuschreiben, so hat es auch seine Teilzeitbeschäftigten zu informieren. Das erleichtert den Umstieg auf Vollzeit.

Weit auseinander klafft die Lohnschere zwischen den Geschlechtern bei Privatwirtschaft und Öffentlichem Dienst: 33% bei den Angestellten, 7% bei den Vertragsbediensteten. „Das ist auf klare transparente Einstufungen zurückzuführen. Diese Lohntransparenz fordern wir auch in der Privatwirtschaft“, betont Yildirim.

„Arbeit besser verteilen, Branchen, in denen viele Frauen arbeiten einkommenstechnisch aufwerten sowie ein Mindestlohn von 1700,- Euro brutto sind weitere wichtige Schritte auf dem Weg zu mehr Gerechtigkeit“, so Yildirim.