Gesundheit; Oberhauser

Oberhauser: HausärztInnen sind nicht wegzudenken

Gesundheitsministerin lädt ÄrztInnen in Sachen Primärversorgung zurück an den Verhandlungstisch

Gesundheitsministerin Sabine Oberhauser hat sich heute, Mittwoch, im Nationalrat dafür ausgesprochen, in der Frage der Primärversorgung gemeinsam mit den ÄrztInnen an den Verhandlungstisch zurückzukehren. Es sei wichtig, die derzeit unverrückbar erscheinenden Positionen von Bund, Ländern und Sozialversicherungen auf der einen und der Ärztekammer auf der anderen Seite zueinanderzuführen. Zur immer wieder geäußerten Sorge, dass der Hausarzt abgeschafft werden könnte, sagte Oberhauser: „Wir denken nicht daran. Wir haben in den Regierungsverhandlungen vehement darum gekämpft, dass der Hausarzt ein Thema ist, denn Hausärztinnen und -ärzte sind nicht wegzudenken.“

Die Bedenken, dass Primärversorgungszentren anonym seien, räumte Oberhauser aus: „Im Zentrum Mariahilf etwa arbeiten drei ÄrztInnen – zu jeweils bestimmten Zeiten. Es ist also planbar, wann ich meinen Vertrauensarzt, meine Vertrauensärztin aufsuchen kann.“ Dabei habe man gleichzeitig den Vorteil, bei Angelegenheiten wie einer Rezeptausstellung auf alle drei ÄrztInnen zurückgreifen zu können. „Uns liegt nichts ferner, als jemanden zu zwingen, zu einem Arzt zu gehen, zu dem er oder sie nicht will“, unterstrich die Gesundheitsministerin. Zudem werde es voraussichtlich mehr Verbünde zwischen ÄrztInnen und anderen Gesundheitsberufen geben, bei denen Patientendaten vernetzt und Ordinationszeiten abgestimmt werden, als Primärversorgungszentren unter einem Dach.

Zum Beschluss standen heute im Plenum zwei Verträge, die im Rahmen des Finanzausgleichs vereinbart wurden: zum einen die verbindliche Planung der Gesundheitsversorgung in der Region und zum anderen ein Ausgabendämpfungspfad für den Gesundheitsbereich. Betreffend Ausgabendämpfung erinnerte Oberhauser an den ersten Beschluss eines solchen Pfades im Jahr 2011 und ihre Besorgnis, ob mit den 3,6 Prozent des BIP das Auslangen gefunden werden könne. Es habe sich herausgestellt, dass „selbst sehr große Steigerungen bei den Gehältern der ÄrztInnen abgefangen werden konnten, ohne den Pfad zu verlassen“. Bis 2021 werden die Gesundheitsausgaben um jährlich mehr als drei Prozent des BIP steigen. Fest stehe: „Auch bei den schlechtesten Berechnungsszenarien kommen wir nicht ins Sparen, sondern immer ins mehr Ausgeben“, betonte die Ministerin.