Berger-Krotsch, Wien, SPÖ

SPÖ-Berger-Krotsch: Kinderbetreuung ist Elternsache, nicht Frauensache

Männer wünschen sich stärkere Beteiligung an Kinderbetreuung, neuer Haushaltseinkommensrechner gleich=berechnet ermöglicht Eltern, verschiedene Karenz-Optionen durchzurechnen

„Sie ist berufstätig, sie kümmert sich mehrheitlich um den Haushalt, sie pflegt die Mutter, sie macht mit den Kindern Hausaufgaben, sie sorgt für das Abendessen. Er geht arbeiten und danach ins Fitnessstudio – gerecht verteilt ist unbezahlte Arbeit zwischen Frauen und Männern noch lange nicht. Arbeit macht sich nicht von selbst und sie darf nicht an den Frauen hängenbleiben. So ist es auch mit der Karenz: Noch immer nehmen sich zu wenige Männer eine berufliche Auszeit für ihre Kinder“, betont die Frauensekretärin der Wiener SPÖ, LAbg. Nicole Berger-Krotsch.

In Österreich beteiligen sich Männer an der Kinderbetreuung mit nur 28 Prozent, in Skandinavien oder in baltischen Ländern sind es 40 Prozent. Verschiedenste Studien zeigen, dass Männer sich stärker an der Kinderbetreuung beteiligt möchten. Immer mehr Paare haben den Wunsch, sich die Kindererziehung partnerschaftlich zu teilen und gleichzeitig ihren Beruf nicht aufgeben zu müssen. Trotzdem zeigt sich: Mütter schränken ihre Arbeitszeit eher ein und gehen länger in Karenz.

„Das bedeutet, dass es vor allem auch bewusstseinsbildende Maßnahmen braucht, genauso wie den Willen der Wirtschaft, Väter proaktiv zu unterstützen. Unternehmen müssen dafür Sorge tragen, dass auch Männer eine Karenzzeit in Anspruch nehmen können“, betont Berger-Krotsch.

Zwtl.: Online-Rechner „gleich=berechnet

Mit dem Online-Rechner „gleich=berechnet“, der heute von Frauenministerin Sabine Oberhauser und Sozialminister Alois Stöger präsentiert wurde, können Eltern das gemeinsame Haushaltseinkommen berechnen. Gleichzeitig wird sofort sichtbar, wie viel Geld monatlich insgesamt zur Verfügung steht, wenn die Kinderbetreuung gleichberechtigt geteilt wird, beide arbeiten, Stunden reduzieren oder sich für andere Varianten entscheiden.

„Diese Initiative von Frauenministerin Oberhauser ist ein wichtiges Puzzleteil für mehr Gleichberechtigung. Wenn es selbstverständlich ist, dass Kinderbetreuung Elternsache ist, werden Frauen mehr verdienen. Dann bleiben sie nicht länger zu Hause oder verdienen weniger, weil sie Teilzeit arbeiten. Das heißt, dass damit auch überkommene gesellschaftliche Rollenbilder aufgebrochen werden. All das braucht Zeit, aber wir sind auf einem guten Weg“, so Berger-Krotsch abschließend.