Eine Morddrohung ist kein Schicksalsschlag

Ingrid Riezler-Kainzner empört über FPÖ-Verharmlosung

Nachdem ein hochrangiger FPÖ-Bezirkspolitiker aus dem Pinzgau bereits vor einigen Monaten im Internet mit einem Facebook-Posting zu seinem Waffenarsenal auffällig wurde, wurde dieser am vergangenen Sonntag vorläufig festgenommen. Er bedrohte seine Freundin damit, sie umzubringen. Bereits seit einiger Zeit soll es in der gemeinsamen Wohnung regelmäßig zu körperlicher Gewalt und Drohungen gegen die Lebensgefährtin gekommen sein. Schockiert zeigen sich nun die Salzburger SPÖ Frauen darüber, wie die FPÖ-Parteispitze auf den Vorfall reagierte. Obwohl der freiheitliche Funktionär mittlerweile selbst aus der Partei ausgetreten ist, relativierte die FPÖ-Parteiobfrau Marlene Svazek den Vorfall als „privaten Schicksalsschlag“.

„Ein Schicksalsschlag ist, wenn eine Frau ihr Kind verliert oder jemand an einer Krankheit leidet. Eine Morddrohung und körperliche Gewalt sind aber mit Sicherheit kein privater Schicksalsschlag“, äußerte sich die SPÖ-Landesfrauenvorsitzende Ingrid Riezler-Kainzner empört und ergänzt: „Gleichzeitig will die FPÖ in anderen Bundesländern Frauenhäuser schließen. Die FPÖ spricht gerne von Sicherheit. An der Sicherheit von Frauen liegt ihr offenkundig wenig.“

Faszination für Waffen kein Einzelfall in der Salzburger FPÖ

Bereits in der Vergangenheit sorgten mehrere FPÖ-Funktionäre für Aufregung und Empörung mit waffenverherrlichenden Facebook-Postings. So machten etwa die JUSOS Salzburg im September 2015 darauf aufmerksam, dass der FPÖ-Gemeinderat Erwin Enzinger der Stadt Salzburg seinen Kauf eines Sturmgewehrs kundtat. Die Jungsozialist_innen kommentierten dies damals mit „und täglich grüßt der Einzelfall.“ Nur wenige Wochen später folgte ein ähnlicher Beitrag vom Landesobmann der Freiheitlichen Bauernschaft Hannes Költringer. Dem wiederum folgte das Posting jenes FPÖ-Politikers, der nun festgenommen wurde.

„Offenbar ist der FPÖ nicht bewusst, dass Salzburg nicht der ‚Wilde Westen‘ ist. Spätestens jetzt wäre es für Marlene Svazek an der Zeit, Führungsstärke zu zeigen und klare Worte gegen die Verherrlichung von Waffengewalt zu finden“, so Riezler-Kainzner.