Gender Budgeting, Förderungen, Film

Hakel: Kulturausschuss fordert mehr Anteil an Fördermitteln für Frauen

Gemeinsamer Antrag für gendergerechte Förderungen im Film

Bei der finanziellen Förderung im Film muss auf eine ausgeglichene Beteiligung von Frauen geachtet werden – das ist die zentrale Forderung eines gemeinsamen Entschließungsantrages von SPÖ, ÖVP und Grünen, der heute im Kulturausschuss beschlossen wurde. SPÖ-Kultursprecherin Elisabeth Hakel zeigt sich außerordentlich froh, dass der gemeinsame Antrag zustande gekommen ist: „Um weibliche Filmschaffende zu stärken, braucht es neben Mentoring-Programmen und Vernetzung auch eine Fördersystem, das eine geschlechtergerechte Mittelvergabe im Auge hat – sowohl bei den Förderstellen des Bundes als auch beim ORF als einem wichtigen Player des österreichischen Filmschaffens.“

Der Antrag fordert u.a., Gender Budgeting in den verschiedenen Förderstellen des Bundes zu etablieren, um für mehr Transparenz bei der Vergabe zu sorgen, sowie finanzielle Anreizsystem zu entwickeln. Gestärkt werden sollen auch die Arbeitsstipendien im Bereich Drehbuch, in dem vergleichsweise viele Frauen tätig sind.

Auch der ORF soll in Verantwortung genommen werden: Die Regierung wird im Antrag aufgefordert, mit dem ORF in einen Dialog zu treten, um den Fokus auf Filme mit starker weiblicher Beteiligung zu stärken und Gender Budgeting zu etablieren.

Elisabeth Hakel sowie SPÖ-Gleichbehandlungssprecherin Gisela Wurm sind jedenfalls erfreut über die parteienübergreifende Initiative und bedanken sich für die gute Zusammenarbeit über die Fraktionsgrenzen hinweg. Mit Kulturminister Thomas Drozda gebe es in der Regierung einen Partner in der Sache, der das Thema ebenfalls vorantreiben will. Wurm erinnert auch daran, dass die Initiative ihren Ausgang letztes Jahr im Gleichbehandlungsausschuss genommen hat: „Der heutige Beschluss zeigt: Beharrlichkeit zahlt sich aus!“

Nicht zuletzt danken Hakel und Wurm auch dem „FC Gloria“ als Interessenvertretung von Frauen im Film: Bei einer Veranstaltung des SPÖ-Parlamentsklubs zur Frauenquote im Film im letzten März hatte „FC Gloria“ die Benachteiligung von weiblichen Filmschaffenden aufgezeigt: 78 Prozent der österreichischen Fördermittel in der Filmbranche pro Jahr gehen an Männer, nur 22 Prozent an Frauen. Ist bei den AbsolventInnen der Filmakademien das Verhältnis zwischen Männern und Frauen noch etwa 60 zu 40, verschwindet danach etwa die Hälfte der Filmemacherinnen.