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Nationalrat – Bayr: Mit Gedenkstätte in Maly Trostinec nimmt Österreich seine historische Verantwortung wahr

„Mit der Errichtung einer Gedenkstätte in Maly Trostinec kommen wir spät, aber doch einer historischen Verantwortung nach“, sagte SPÖ-Abgeordnete Petra Bayr am Donnerstag im Nationalrat. Thema der Debatte war ein einstimmig beschlossener Entschließungsantrag des Nationalrats, der die Errichtung eines Denkmals für die aus Österreich stammenden Opfer im NS-Todeslager Maly Trostinec im heutigen Weißrussland fordert.

Für Bayr ist diese Gedenkstätte auch ein notwendiges Symbol dafür, dass Österreich auch heute Verantwortung trägt. „Es gibt keinen ‚Schlussstrich‘ in der Geschichte. Geschichte ist ein historischer Prozess. Der Umgang mit kollektiven Erfahrungen und kollektiver Verantwortung ist schmerzhaft und komplex.“

Petra Bayr dankte in ihrer Rede auch Waltraud Barton, die sich mit ihrer Gedenkinitiative IM-MER seit längerem für das Gedenken an die Opfer einsetzt. Eine ihrer Vorfahren war in Maly Trostinec ermordet worden.

Nach heutigem Forschungsstand wurden rund 60.000 Menschen in Maly Trostinec ermordet. Mehr als die Hälfte davon waren Juden, die überwiegend aus Österreich, Tschechien und Deutschland in das Lager deportiert wurden. Von etwa 10.000 deportierten jüdischen Wienerinnen und Wienern überlebten nur 17. Auch eine Bürgerinitiative fordert die Errichtung eines Denkmals für die österreichischen Opfer der Shoa in Maly Trostinec.