Stimmen zum Equal Pay Day

Wir müssen die Lohnschere schneller schließen. Lesen Sie hier zahlreiche Zitate Equal Pay Day 2016.

"Wir haben Instrumente wie die Einkommensberichte oder die Gehaltsangaben in Stelleninseraten geschaffen. Das wird gut angenommen, ist aber nicht wirksam genug", sagte Frauenministerin Sabine Oberhauser in einem Gespräch mit der APA. Im Rahmen der Novellierung will sie daher ein innerbetriebliches Lohntransparenzgesetz für die Privatwirtschaft – "also eine Offenlegung der Gehälter im Betrieb" – vorschlagen. Die Verhandlungen sollen Ende des Jahres beginnen.

„Gleiches Einkommen für gleichwertige Arbeit ist das Gebot der Stunde“, macht SPÖ-Bundesfrauenvorsitzende Gabriele Heinisch-Hosek deutlich. Frauen erledigen immer noch zwei Drittel der unbezahlten Arbeit rund um Haushalt, Pflege und Kindererziehung und jede zweite Frau arbeitet – oft unfreiwillig – in Teilzeit, was niedrigere Pensionen bedeutet. Für viele Frauen ist Teilzeit auch aufgrund fehlender Kinderbetreuung eine Notwendigkeit, um Beruf und Familie zu vereinbaren. „Wir Frauen setzen uns daher dafür ein, dass es flächendeckende Kinderbetreuungseinrichtungen gibt.“ Auch soll ein garantierter Mindestlohn dafür sorgen, dass „Frauen für die gleiche Arbeit auch gleich viel verdienen“.

„Frauen sind heute so gut ausgebildet wie noch nie in unserem Land“, sagt Bildungsministerin Sonja Hammerschmid. Das spiegle sich allerdings nicht wieder, wenn man sich etwa den Anteil von Frauen in Führungspositionen ansehe. „Deswegen muss man weiterkämpfen, damit hier endlich Gerechtigkeit einzieht“.

„Wir setzen alles daran, die Rahmenbedingungen für Frauen am Arbeitsmarkt weiter zu verbessern“, betont die Wiener Frauenvorsitzende Brauner. „In Wien werden Frauen deshalb ganz gezielt unterstützt – etwa durch den Gratiskindergarten für bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie oder mittels spezieller Weiterbildungsmaßnahmen und Wirtschaftsförderungen, um die Job- und Karrierechancen zu verbessern“.

Frauen haben noch immer nicht die gleichen Karrierechancen wie Männer und erzielen nicht die gleichen Einkommen, weil sie überproportional für Haushalt, Kinderbetreuung und Pflege sorgen müssen. Wir müssen die Unternehmen stärker in die Pflicht nehmen, die Lohnschere zu schließen, wie zum Beispiel mit der Koppelung der öffentlichen Auftragsvergabe an Frauenförderung", unterstreicht Frauenstadträtin Frauenberger.

„Zahlreiche Best-Practice-Beispiele bestätigen, dass Einkommensberichte gute Wirkung zeigen, wenn sich Geschäftsführung und Betriebsrat gemeinsam damit auseinandersetzen“, sagt ÖGB-Vizepräsidentin und Bundesfrauenvorsitzende Renate Anderl.

„Die FSG-Frauen schließen sich der Forderung von Frauenministerin Sabine Oberhauser an: um die Einkommensschere schneller schließen zu können, braucht es konkrete Maßnahmen wie die Offenlegung der Einkommen“, erklärt Ilse Fetik, Frauenvorsitzende der FSG (Fraktion Sozialdemokratischer GewerkschafterInnen).

"Dass der Einkommensunterschied zwischen Männern und Frauen in Österreich im Jahr 2016 immer noch 22,4 Prozent beträgt, ist eine große Ungerechtigkeit. Daher fordern wir endlich gleichen Lohn für gleichwertige Arbeit! Kämpfen wir gemeinsam für eine gleichberechtigte Welt!“, so BSA-Frauen-Vorsitzende Beate Wimmer-Puchinger.

"Den Ungleichheiten am Arbeitsmarkt muss schon in der Schule entgegengewirkt werden! Gleichberechtigung muss bereits ein fester Bestandteil des Lebens von Schülern und Schülerinn sein", fordert Laura Untner, Bundesfrauensprecherin der Aktion Kritischer Schüler_innen (AKS).

"Gerade jene Berufsfelder, in denen hauptsächlich Frauen beschäftigt sind, sind immer noch sehr schlecht bezahlt. Hier braucht es endlich eine Aufwertung durch deutliche Lohnerhöhungen! Denn ein selbstbestimmtes Leben ist nur mit ökonomischer Absicherung möglich – in jeder Branche", führt Marlis Zederbauer, Bundesfrauensprecherin der Sozialistischen Jugend (SJ) aus.

„Frauen schätzen ihr Können meist zu gering ein und sind öfters zurückhaltender bei Gehaltsverhandlungen als Männer. Daher fordern wir eine Offenlegung der Gehälter“, erklärt Berivan Osso, Bundesfrauensprecherin Verband Sozialistischer Student_innen in Österreich (VSStÖ).