12-Stunden-Arbeitstag stellt Eltern vor unlösbare Probleme

Drei Tage arbeiten, zwei frei klingt auf den ersten Blick gut. Für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist das aber ein Desaster. Vor allem, weil sich gerade die ÖVP dogmatisch gegen flexible Öffnungszeiten von Kinderbetreuungseinrichtungen stemmt.

Nicht viel abgewinnen kann die Salzburger Landtagsabgeordnete und SPÖ-Frauen Vorsitzende Ingrid Riezler-Kainzner dem Vorstoß der ÖVP, eine tägliche Arbeitszeit von zwölf Stunden einzuführen. Neben den gesundheitlichen Nachteilen für die Arbeitnehmer_innen wirft Riezler-Kainzner auch die Frage der Kinderbetreuung ein. „Will die ÖVP nun doch, dass Kinder zwölf Stunden am Tag außerhalb der Familie betreut werden?“, möchte die SPÖ-Politikerin wissen.

Familie und Beruf
„Wie stellt sich das die ÖVP vor, wenn die arbeitenden Eltern mit der derzeitigen, oft unflexiblen und teils teuren Kinderbetreuung konfrontiert werden? Soll dieser unausgereifte Vorschlag nur für Männer Gültigkeit haben, während deren Frauen zuhause auf die gemeinsamen Kinder aufpassen? Oder soll die Vereinbarkeit von Familie und Beruf so ausgestaltet sein, dass beide Elternteile gleichberechtigt für die Familie da sein und einer Arbeit nachgehen können“, fragt Riezler-Kainzner.

In diesem Sinne erneuert die Landtagsabgeordnete die sozialdemokratische Forderung nach flexiblen, den Bedürfnissen von Kindern und Eltern angepassten, Öffnungszeiten der Kinderbetreuungseinrichtungen, sowie leistbaren Kinderbetreuungsplätzen im ganzen Bundesland. Man sei, so Riezler-Kainzner, beispielsweise bei der Samstags- oder Abendbetreuung, noch meilenweit weg von einem guten Angebot.

„Ich würde es schätzen, wenn derartige Forderungen auch zu Ende gedacht würden. Eltern, die plötzlich zwölf Stunden pro Tag arbeiten, werden vielerorts vor unlösbaren Problemen stehen“, erklärt Riezler-Kainzner.