Keck, Vorarlberg, Equal Pay Day

Equal Pay Day: Heute haben Vorarlbergs Männer schon das Jahreseinkommen der Frauen erreicht

Frauen in Vorarlberg In Vorarlberg verdienen im Schnitt 30% weniger als ihre männlichen Kollegen. Veronika Keck von den SPÖ Frauen hat konkrete Ideen, diese Ungerechtigkeit zu beenden.

„Bezahlte und unbezahlte Arbeit muss in Zukunft gerechter verteilt werden. Frauen leisten zwei Drittel der unbezahlten Arbeit. Das muss sich ändern, damit wir die Lohnschere endlich schließen“, fordert Veronika Keck.
Die Lohnunterschiede zwischen Frauen und Männern sind mit 22,36 Prozent in Österreich immer noch sehr hoch. Am 11. Oktober ist bundesweiter Equal Pay Day. Ab diesem Tag arbeiten Frauen statistisch gesehen bis Jahresende gratis. Männer haben zu diesem Zeitpunkt das Jahreseinkommen der Frauen bereits erreicht. Die SPÖ-Frauen machen sich mit Aktionen in ganz Österreich unter dem Motto „Arbeit gerecht verteilen“ für Lohngerechtigkeit stark.

Situation in Vorarlberg
Der „Equal Pay Day“ findet in Vorarlberg aufgrund der besonders großen Lohnschere bereits am 14. September – einen ganzen Monat früher – statt. Laut Statistik Austria verdienen ganzjährig vollbeschäftigte Arbeitnehmer in Vorarlberg jährlich € 49.680 Euro, ganzjährig vollbeschäftigte Arbeitnehmerinnen hingegen € 34.906 Euro; das ergibt eine Differenz von 29,74%. Ein Zustand, der nicht sein müsste.

Kluft in der Arbeitszeit zwischen Frauen und Männern
Beinahe jede zweite Frau in Österreich arbeitet Teilzeit, das bedeutet weniger Gehalt und niedrige Pension. Für viele Frauen ist Teilzeit auch aufgrund fehlender Kinderbetreuungsplätze eine Notwendigkeit, um Beruf und Familie zu vereinbaren. Männer machen – oft unfreiwillig – Überstunden. Die wachsenden Unterschiede in der Arbeitszeit entsprechen nicht immer dem Wunsch der Beschäftigten. Vollzeitarbeitskräfte wollen oft kürzer arbeiten, Teilzeitarbeitskräfte wollen oft ihre Stunden aufstocken.

Überstunden abbauen – Arbeitszeit verkürzen
2015 wurden laut Arbeiterkammer etwa 52 Millionen Mehrarbeits- und Überstunden nicht bezahlt. Dieses Volumen entspricht umgerechnet einem Ausmaß von über 30.000 Vollzeitarbeitsplätzen. Überstunden gehören abgebaut. Gelingen kann das unter anderem durch das Einheben eines sogenannten Überstunden-Euros. Verkürzte Vollzeit für alle, die Eltern geworden sind, ist eine weitere Möglichkeit.

Ausbau der Kinderbetreuung
Noch immer gibt es viel zu wenige Betreuungsplätze, speziell für die Unter-3-Jährigen, aber auch für Schulkinder. Die Betreuungsquote bei den Unter-3-Jährigen beträgt in Österreich 23,8 %, in Vorarlberg jedoch nur 22,1%. Außerdem haben wir in Vorarlberg noch immer am meisten Schließtage in den Kinderbetreuungseinrichtungen. Im Österreichschnitt liegen die Schließtage bei 21,9 Tage, in Vorarlberg haben wir mehr als doppelt so viele Tage, an denen die Eltern die Betreuung ihrer Kinder anders organisieren müssen – nämlich 46,8 Tage.

Ganztägige Schulen: Angebot verdoppeln
Auch das Angebot an ganztägigen Schulformen wird erweitert. Hier ist der Sozialdemokratie Anfang Sommer ein weiterer wichtiger Verhandlungserfolg gelungen: Zusätzlich zu den bestehenden Maßnahmen werden 750 Millionen in den Ausbau der Ganztagsschulen investiert. Bis 2025 soll es ein ganztägiges Angebot für 40 Prozent der SchülerInnen geben, das entspricht einer Verdoppelung.