Verhütung, Sexualität, Bayr

Bayr zum Welttag der sexuellen Gesundheit: Negativen Einfluss von Religionsgemeinschaften zurückdrängen!

Studienreise auf die Philippinen gab wichtige Einblicke

„Es ist unfassbar, dass die katholische Kirche auf den Philippinen den Beschluss eines Gesetzes zur Verbesserung der sexuellen und reproduktiven Gesundheit 14 Jahre lang aufgehalten hat“, resümiert Petra Bayr, SP-Bereichssprecherin für globale Entwicklung, ihre Erkenntnisse aus der Studienreise mit dem europäischen parlamentarischen Forum für Bevölkerung und Entwicklung anlässlich des Internationalen Tages der sexuellen Gesundheit am 4. September. 2012 konnte das Gesetz, das unter anderem den Zugang zu Verhütungsmitteln erleichtert, endlich verabschiedet werden. „Dennoch haben immer noch 18 Prozent aller verheirateten Frauen auf den Philippinen Probleme, mit Kondomen oder hormonellen Methoden zu verhüten, obwohl sie dies gerne möchten. Der Prozentsatz bei den nicht-verheirateten Frauen ist noch höher“, berichtet Bayr. Jede Frau habe das Recht selbstbestimmt zu entscheiden, zu welchem Zeitpunkt, mit welchem Partner oder ob sie überhaupt Kinder haben möchte. „Religiöse Gebote haben hier keinen Platz“, ist Bayr überzeugt.

Der Internationale Tag der sexuellen Gesundheit macht seit 2010 jährlich auf verschiedene Aspekte der sexuellen Gesundheit aufmerksam. 2016 steht das Aufklären von Mythen im Vordergrund: „Von der ‚Cola-Dusche‘, über den Irrglauben, dass man beim ersten Mal nicht schwanger werden kann bis zur Idee, dass Geschlechtskrankheiten eine religiöse Bestrafung für Unzucht wären, gibt es unzählige Mythen, die dringend aufgeklärt werden müssen“, betont Bayr. Dies gelinge nur durch faktenbasierte Wissensvermittlung und niederschwelligen Zugang zu Verhütungsmitteln und medizinischer Versorgung. "Junge Menschen haben überall auf der Welt das Recht auf faktenbasierte Sexualitätserziehung, sowohl in der Schule als auch durch speziell ausgebildete Gleichaltrige", ist die Abgeordnete überzeugt und unterstützt das Anliegen, dass Jugendliche einen barrierefreien Zugang zu modernen Verhütungsmitteln haben müssen, um selbstbestimmt in der Lage zu sein, sowohl ungewollte Schwangerschaften als auch sexuell übertragbare Krankheiten ohne erhobenen Zeigefinger und Moralpredigten durch fundamentalistische Glaubensgemeinschaften vermeiden zu können.