VSStÖ: Medizinaufnahmetest – Verbesserungen aber keine völlige Gleichstellung

„Die Entwicklung der Ergebnisse der Medizinaufnahmetests sehen wir positiv. Die Zahl der aufgenommenen Frauen ist in Innsbruck, Wien und Graz zwar nach wie vor niedriger, aber zu den Vorjahren steigend. Bedauerlich ist jedoch, dass es den Gender Gap nach wie vor gibt“, meint Katrich Walch Vorsitzendes des Verbands Sozialistischer Student_innen Österreich (VSStÖ).

Auch 2016 bewarben sich mehr Frauen als Männer zu dem Aufnahmetest. Zugelassen wurden aber in Relation immer noch mehr Männer.

„Das hat vor allem mit Stereotype zu tun, die nach wie vor im Bildungssystem herrschen. Männer werden in der Schule mehr in naturwissenschaftlichen Fächern gefördert. Während für Frauen dies vor allem in Sprachen gilt“, hebt Walch hervor.

„Die Abnahme der sozialen Durchmischung ist ein weiteres Resultat von Zugangsbeschränkungen. Der Anteil von sozial schwächer gestellten Studierenden betrug in den Vorjahren lediglich 10% in Medizin. Gleichzeitig fördert man die Vorbereitungs- und Prüfungsindustrie. Anmeldegebühren und Kosten für Vorbereitungsmaterialien sind finanzielle Hürden und ein abschreckendes Signal für Personen aus sozial schlechter gestellten Schichten“, führt Walch weiter aus.

Der VSStÖ gratuliert dennoch all jenen, die den Medizin-Aufnahmetest bestanden haben und wünscht ihnen einen erfolgreichen Start ins Studium.

„Für alle, die ihn nicht bestanden haben, machen wir uns weiterhin stark für eine bessere soziale Durchmischung und die Abschaffung von diskriminierenden Aufnahmetests. Der Traum vom Medizinstudium sollte nicht von der finanziellen Situation, der sozialen Herkunft oder dem Geschlecht abhängen“, so Walch abschließend.