SPÖ-Frauen: „Beschwichtigungen bieten keinen Schutz vor Gewalt“

Land mangelt es beim Frauenhaus an Problembewusstsein. Mehr als 50 Plätze fehlen in Tirol!

„Wir haben der Landesregierung lange genug Zeit gegeben, endlich ausreichend Frauenhausplätze zu schaffen und den Neubau des autonomen Frauenhauses umzusetzen“, sagen die Tiroler SPÖ-Frauenvorsitzende Selma Yildirim sowie die Frauensprecherinnen NRin Gisela Wurm und LA Gabi Schiessling.

Dass beim Frauenhaus seit Jahren nichts weitergehe, sei auch ein gesellschaftspolitisches Signal. Eines, dass Gewalt gegen Frauen immer noch toleriert oder verharmlost werde. „Hier geht es um Prioritäten. Wenn wirklich die Absicht zu bauen da ist, steht dem nichts im Wege.“

Als Affront sehen die SPÖ-Frauen die Reaktion der Grünen Landesrätin Baur. „Die Beschwichtigungslandesrätin ist eine echte Enttäuschung. Wer um sein Leben fürchten muss, hat nichts von einem Frauenhaus, das sich ‚in Planung‘ befindet. Hier fehlt es seitens des Landes offenkundig an Problembewusstsein.“

Bauer hatte zuletzt im Jahr 2013 angekündigt, dass 16 weitere Frauenhausplätze in Planung seien. „Wer es in drei Jahren nicht von der Planung in die Umsetzung schafft, dem fehlen ganz offensichtlich die notwendigen Managementqualitäten.“

„Wenn es um Geld für Frauenpolitik geht, ist offensichtlich jeder Euro zu viel. Dass um Schutzeinrichtungen für Opfer von Gewalt gebettelt werden muss, ist zum Schämen“, ärgern sich die SPÖ-Frauen.

19 Plätze, die Frauenhaus-Kriterien entsprechen, gibt es in Tirol. Laut Europaratskonvention wären ca. 70 notwendig – 1 Platz pro 10.000 Einwohner.