Tirol gibt am wenigsten für Kinderbetreuung aus

Yildirim: „Im Bundesländervergleich ist Tirol Schlusslicht bei Ausgaben pro Kind. Öffnungszeiten erweitern, Qualität sichern!“
 
Die Zahlen im Bereich der Kinderbetreuung haben die SPÖ-Frauen Tirol genau unter die Lupe genommen. Dabei fällt auf, dass Tirol im Bundesländervergleich am wenigsten öffentliche Mittel für die Kinderbetreuung pro Kind ausgibt. 3440,- Euro waren es im Jahr 2014 (aktuellstes Datenmaterial der Statistik Austria). Damit ist Tirol Schlusslicht. Der Österreichschnitt liegt bei 4598,- Euro, Wien gibt mit 6204,- Euro am meisten aus.
Die Kosten werden in Tirol zu 91,2% von den Gemeinden, zu 8,8% vom Land getragen. In Vorarlberg beträgt der Landesanteil 15,7%, in Niederösterreich sogar 43,4%.
„Eine echte Vereinbarkeit von Beruf und Familie ist uns ein ganz wesentliches Anliegen. Nur mit eigenem Einkommen ist ein unabhängiges Leben möglich. Vielen Frauen bieten sich diese Wahlmöglichkeiten aber erst gar nicht“, kritisiert Selma Yildirim, Landesfrauenvorsitzende der SPÖ Tirol.
Speziell am Land hat Tirol Aufholbedarf. „Für die Gemeinden ist eine gute Kinderbetreuung ein absoluter Standortvorteil. Wer sie jungen Frauen nicht bietet, muss verstärkt mit Abwanderung rechnen. Das Land unterstützt die Gemeinden in diesem Bereich zu wenig“, so Yildirim.
Die Forderungen der SPÖ-Frauen sind klar: Bedarfserhebungen gehören abgeschafft und das Angebot an Kinderbetreuungseinrichtungen stetig erweitert und verbessert. „In Tirol mangelt es insbesondere bei den Ferienöffnungszeiten, der Nachmittagsbetreuung sowie im Bereich der Kleinkindbetreuung“, weiß Yildirim.
Aufrecht bleibt aus Sicht der SPÖ weiterhin die Forderung nach einem Rechtsanspruch auf einen Kinderbetreuungsplatz. Als erste Bildungseinrichtungen müssen sie jedem Kind gleichermaßen zur Verfügung stehen.