Zentralmatura, Hammerschmid, SPÖ

Hammerschmid: „Zentralmatura ist der richtige Weg“

Zentralmatura ist fair und zeigt erstmals, wo Bildungssystem steht – Maßnahmenbündel für Verbesserungen – Intensive Arbeit an Umsetzung der Bildungsreform

Die Zentralmatura war heute, Mittwoch, Thema der „Aktuellen Stunde“ im Nationalrat. Bildungsministerin Sonja Hammerschmid betonte, dass „die Zentralmatura wichtig und gut ist. Sie ist der richtige Weg. Mit der Zentralmatura haben wir ein System, das fair ist und Vergleichbarkeit sowie gleiche Bedingungen erzeugt“. Die heuer das erste Mal in allen Schultypen durchgeführte Zentralmatura „zeigt erstmals, wo das Bildungssystem steht und liefert Daten und Fakten, die bisher nicht vorlagen“, unterstrich Hammerschmid die Vorteile der neuen Matura. Erstmals sei es möglich, die Resultate bis zur Schule und zur Klasse hinunter genau auszuwerten und zu analysieren und gemeinsam mit der Schulaufsicht und den PädagogInnen an weiteren Verbesserungen zu arbeiten. Hierfür gebe es ein „breites und maßgeschneidertes Maßnahmenbündel“, das von schulinternen Fortbildungsveranstaltungen bis zu Förderkursen für Leistungsschwächere reicht, sagte Hammerschmid, die klarstellte, dass die heurigen Matura-Resultate – auch im internationalen Vergleich – „gute Ergebnisse“ seien.

Insgesamt haben in Deutsch 99 Prozent, in Englisch 96,7 und in Mathematik 93,8 Prozent der KandidatInnen die Matura bestanden. Im internationalen Vergleich seien in der Regel 90 Prozent positiv, sagte Hammerschmid. Daher dürften weder die Leistungen noch das System Zentralmatura schlechtgeredet werden. Vielmehr gelte es jetzt, „Ruhe ins System zu bringen“, so Hammerschmid, die kritisierte, dass durch Diskussionen „mitten in der Maturazeit Angst und Verunsicherung verstärkt wurden“. Die Zentralmatura sei eine große Umstellung, die „Gewicht hat und Zeit braucht, um voll ins Leben zu kommen und zu wirken“, sagte Hammerschmid.

Klar sei, dass sich die Zentralmatura international bewährt hat und der richtige Weg ist – gleichwohl „müssen wir danach trachten, zu optimieren“. Umso wichtiger sei es, dass es mit der Zentralmatura nun erstmals möglich ist, das Bildungssystem als Ganzes zu betrachten und zu schauen, wo es Verbesserungen braucht, betonte Hammerschmid. So würden jetzt nicht nur die Ergebnisse, sondern u.a. auch die Matura-Aufgaben analysiert, um „punktgenaue und treffsichere Maßnahmen“ für Verbesserungen zu setzen. In Sachen Veröffentlichung der Ergebnisse betonte Hammerschmid, dass es dafür zwei Voraussetzungen brauche. Das sei einerseits eine „vernünftige Rechtsgrundlage“, die es aktuell nicht gibt, die aber im Zuge des Informationsfreiheitsgesetzes mitzudenken sei. „Und wir brauchen eine gemeinsame Vorstellung davon, was wir in welcher Form veröffentlichen wollen, damit es Nutzen und echte Vergleichbarkeit bringt“, sagte Hammerschmid, die auch einen Beirat bestehend aus den BildungssprecherInnen der Fraktionen und Betroffenen einrichten möchte, um sich seriös und sachlich mit diesem Thema auseinanderzusetzen. Einen besonderen Fokus will die Bildungsministerin auch auf das Thema Gendergap legen. So gelte es, „mit gendergerechtem Unterricht Mädchen in Mathematik zu stärken“.

In Sachen Bildungsreform betonte Hammerschmid, dass „intensivst“ gemeinsam mit dem Koalitionspartner und den Schulpartnern an der Umsetzung aller Pakete gearbeitet werde. Die Schulautonomie sei ihr dabei ein besonderes Anliegen, sagte Hammerschmid, die unterstrich: „Ich bin überzeugt davon, dass Autonomie viel Gutes bewirken kann, denn die PädagogInnen wissen ganz genau, was die Kinder brauchen“.