Weltflüchtlingstag, Wien, Flucht

SPÖ-Berger-Krotsch zum Weltflüchtlingstag: Flucht von Frauen ist anders!

Laut Angaben der Vereinten Nationen sind mehr als die Hälfte der Flüchtlinge Frauen und junge Mädchen.

Am heutigen Weltflüchtlingstag macht die Frauensekretärin der Wiener SPÖ, LAbg. Nicole Berger-Krotsch auf die schwierigen Fluchtgründe von Frauen aufmerksam: „Flucht und Vertreibung machen vor Frauen genauso wenig halt wie vor Männern. Oft ist das Fluchtverhalten jedoch ein anderes. Frauen sehen sich mit einer Vielzahl von zusätzlichen geschlechtsspezifischen Beweggründen konfrontiert, welche sie zur Flucht zwingen“. Dazu gehören FGM (weibliche Genitalverstümmelung), Witwenverbrennung, Zwangsheirat, fehlender Schutz bei häuslicher Gewalt sowie strukturelle Diskriminierungen wie beispielsweise mangelnder Zugang zu Bildung und Arbeitsmarkt. „In vielen Ländern haben sie keine Chance, daraus auszubrechen. Es gibt keine Netzwerke, an die sie sich wenden könnten. Sie werden selbst dafür verantwortlich gemacht. Hinzu kommt, dass bei einer politisch instabilen Lage die Gewaltbereitschaft generell und im Besonderen gegenüber Frauen steigt. In Kriegssituationen werden frauenspezifische Gewalt sowie Vergewaltigungen als Kriegs- und Einschüchterungstaktik verwendet.“

Angst vor Gewalt und sexuellen Übergriffen bis hin zur Zwangsarbeit und -prostitution ist der ständige Wegbegleiter von Frauen auf der Flucht. Doch die Gefahren und Benachteiligungen beschränken sich nicht nur auf die Dauer und Route der Flucht, auch im jeweiligen Aufnahmeland müssen Frauen mit vielen Schwierigkeiten rechnen.

Daher fordern die Wiener SPÖ Frauen:

-) Einrichtung von Betreuungsinstitutionen für Frauen während der Grundversorgung und des Asylverfahrens
-) Durchsetzung des Rechts auf Einvernahme durch eine Person desselben Geschlechts und bevorzugt Heranziehung von Dolmetscherinnen
-) Verstärkte Sensibilisierungsmaßnahmen und inhaltliche Schulungen für Beamte und Beamtinnen im Asylbereich in Zusammenarbeit mit fachlich geschulten Personen
-)Um frauenspezifische Fluchtgründe auch in der Realität anzuerkennen, müssen Einvernahmen mit einer solchen Sensibilität geführt werden, dass es real auch möglich ist, geschlechtsspezifische Fluchtgründe vorbringen zu können. Damit Flüchtende über intime Verletzungen sprechen können, muss ein entsprechendes Klima geschaffen werden.
-) Ausbau psychotherapeutischer Betreuung für geflüchtete Frauen'
-) Geschlechtergetrennte Sanitäranlagen sowie Frauenfreiräume in Erstaufnahmezentren und Unterkünften
-) Schaffung von genügenden, möglichst kostengünstigen verpflichtenden Deutschkursen ab dem 1. Tag bereits für AsylwerberInnen aus Ländern mit positiver Prognose. Nur, wenn Frauen die Möglichkeit haben rasch Deutsch zu lernen, ermöglicht man ihnen einen besseren Start in ein neues und eigenständiges Leben. Dies ist in der 15a-Vereinbarung zu regeln.
-) Keine Einschränkung des Familiennachzugs, was nämlich vor allem zu Lasten von Frauen und Kindern wäre.

„Junge Schutzbedürftige, Frauen und Familien brauchen unsere volle Unterstützung. Sie erleben Erniedrigungen, Angst und Gewalt. Es ist eine Frage der Solidarität, gerade diesen Menschen unsere Hilfe anzubieten“, betont Berger-Krotsch und verweist darauf, dass die Stadt Wien von Beginn an unbegleiteten Mädchen aus Traiskirchen aufgenommen hat und zusätzlich Plätze für Familien und unbegleitete Minderjährige schafft. "Wien übernimmt Verantwortung, das zeichnet eine Menschenrechtsstadt aus", schließt Berger-Krotsch.