Yildirim: „Land ist bei Frauenquote in der Pflicht!“

Tiroler SP-Frauenvorsitzende fordert verpflichtende Quoten und verweist auf erfolgreiche Beispiele auf Bundesebene.

Die Kritik des Landesrechnungshofes am geringen Frauenanteil in Führungspositionen an der Bezirkshauptmannschaft Imst nimmt SPÖ-Landesfrauenvorsitzende Selma Yildirim wieder einmal zum Anlass, eine Quotenregelung zu fordern.

„Gerade das Land Tirol hat in diesem Bereich eine Vorzeigefunktion, die es leider nicht wahrnimmt. Im Landesdienst sind nur rund 17% der Führungspositionen mit Frauen besetzt. Das Frauenförderungsprogramm von LH Platter mit dem Ziel, 40% Frauen in allen Verwendungsgruppen zu beschäftigen, ist leider das Papier nicht wert, auf dem es geschrieben steht, das hat er mit der Besetzung von Top-Positionen im Landhaus öffentlichkeitswirksam demonstriert“, so Yildirim.

Sie fordert eine verbindliche Geschlechterquote von 40%, verpflichtende Hearings, sowie gereihte Dreiervorschläge im öffentlichen Bereich. Insgesamt brauche es ein frauenfreundlicheres Klima, Bewusstseinsarbeit, das Aufbrechen konservativer gesellschaftlicher Grundhaltungen und eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie. „Wenn mit gutem Willen nichts geht, muss mit gesetzlichen Regelungen, die sanktioniert werden können, der nächste Schritt gesetzt werden.“

Dass Maßnahmen zur Erhöhung des Frauenanteiles Erfolg haben, zeigt z.B. die im Jahr 2011 von der Bundesregierung beschlossene Selbstverpflichtung zur Anhebung der Frauenquote in den Aufsichtsräten staatsnaher Betriebe. Zwei Jahre vor Ablauf der Frist ist das Ziel von 40% schon beinahe erreicht. Gestartet wurde bei einem Frauenanteil von 16%.

„Die Chefetagen in Tirol sind nach wie vor männlich dominiert. Nur 25% der Unternehmen werden von Frauen geführt. Damit bildet Tirol österreichweit das Schlusslicht. Wieder macht das Land mit Besetzungen bei Hypo oder Tiwag keine gute Figur und das obwohl Studien belegen, dass Frauen erfolgreicher führen. Davon kann das Land doch nur profitieren“, ist Yildirim überzeugt.

Ein Studienbeispiel hier: http://www.crif.at/Nachrichten/pressemeldungen/Pages/CRIF-Studie-M%C3%A4nner-fuehren-Unternehmen-doppelt-so-oft-in-die-Insolvenz-wie-Frauen.aspx