Väterbeteiligung, Väterkarenz, Karenz

Yildirim: „Projekt soll Väterbeteiligung forcieren“

Gestern wurde ein Kooperationsprojekt mit Unterstützung der EU präsentiert. Rahmenbedingungen für Väter verbessern. Nur 3% der Karenzgeldbezieher in Tirol sind Männer. Papamonat einführen.

„Die Betreuung der Kinder ist in Tirol weiterhin fest in Frauenhand. Die SPÖ-Frauen möchten, dass Mütter und Väter die Möglichkeit haben und nutzen, sich um den Nachwuchs zu kümmern. Wir setzen uns für eine partnerschaftliche Aufteilung von bezahlter und unbezahlter Arbeit ein. Davon profitieren Gesellschaft und Wirtschaft gleichermaßen“, ist Landesfrauenvorsitzende Selma Yildirim überzeugt.

„Wichtig ist uns, dass sich Beruf und Kinder nicht ausschließen. Weder für Frauen, noch für Männer. Umfragen zeigen, dass sich immer mehr Männer in Kindererziehungs- und Familienarbeit einbringen wollen. In der Arbeitswelt gibt es dazu noch zahlreiche Hürden, die abgebaut gehören“, schildert Yildirim.

Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek und Sozialminister Alois Stöger haben dazu gestern ein gemeinsames EU-Projekt präsentiert, das die Rahmenbedingungen für Väterarbeit verbessern soll. „Männer und Vereinbarkeit von Beruf und Familie: Wege zur gerechten Verteilung von Karenz-, Betreuungs- und Arbeitszeiten“, lautet der Titel.

Gemeinsam mit ExpertInnen werden Strategien entwickelt, wie die betrieblichen Rahmenbedingungen gestaltet sein sollen, Good-Practice-Beispiele in einem Handbuch gesammelt, Schulungen und Seminare für BetriebsrätInnen oder Personalverantwortliche sind vorgesehen und es wird ein Online-Haushaltsrechner entwickelt.

„Das Projekt hat meine volle Unterstützung“, sagt Yildirim, denn: „Der Tiroler Gleichstellungsbericht macht es deutlich: Nur 3% der KarenzgeldbezieherInnen in Tirol sind Männer. Zwar bekommen 14% der Männer nach der Geburt eines Kindes Kinderbetreuungsgeld, allerdings beziehen sie dieses meist nur zwei bis drei Monate. Nur 4% der Tiroler Männer unterbrechen ihre Berufstätigkeit für mehr als 6 Monate.“

Insgesamt ist die Kinderbetreuung durch Väter verschwindend gering. Die Beteiligung beider Elternteile ist mittlerweile in allen Modellen des Kinderbetreuungsgeldes (zumindest für wenige Monate) vorgesehen und schafft ebenso Anreize wie ein Papamonat, den die SPÖ seit vielen Jahren auch für die Privatwirtschaft fordert.

„Ich hoffe sehr, dass mit dem ÖVP-Familienministerium diesbezüglich ein Konsens gefunden wird. Kündigungs- und Versicherungsschutz für Väter sind dabei eine unabdingbare Voraussetzung, dagegen hat sich Ministerin Karmasin im aktuellen Reformprozess bisher gewehrt“, schildert Yildirim.