SJ-Herr/Zederbauer: „Weltfrauenkampftag vorbei. Der Kampf für Gleichberechtigung geht weiter!“

Frauenrechte sind keine Festtagsveranstaltung – Feminismus braucht es das ganze Jahr.

„Es ist schick geworden, sich mit dem Kampf für Frauenrechte zu schmücken. Doch einer Frau, die diesen Kampf führt, werden all zu oft Steine in den Weg gelegt“, äußert sich Julia Herr, Vorsitzende der Sozialistischen Jugend Österreich, kritisch am Tag nach dem Weltfrauenkampftag. „Der 8. März ist ein wichtiger, historischer Feiertag für den Kampf für Frauenrechte. Dass gerade diejenigen, die sich Frauen eigentlich zurück an den Herd wünschen, an dem Tag leere Worthülsen schwingen, ist lächerlich“, kritisiert Herr und verurteilt insbesondere Parteien, die gestern zwar schöne Worte fanden, während sie sich das restliche Jahr jeglicher Verbesserung der Situation von Frauen widersetzen.

„Feminismus beginnt nicht am 8. März um 0 Uhr und endet wieder um Mitternacht – er dauert das ganze Jahr“, so Marlis Zederbauer, Frauensprecherin der Sozialistischen Jugend Österreich. „Wenn Frauen während des Jahres notwendige Forderungen, wie mehr Unterstützung für von sexualisierter Gewalt betroffene Frauen, die rasche Offenlegung der Gehälter oder die Anerkennung von frauenspezifischen Fluchtgründen, aufstellen, schert das niemanden“, kritisiert Zederbauer nicht nur die Politik, sondern auch die Medien. „Der Kampf um Gleichberechtigung kann nicht mit einem Themenschwerpunkt abgehandelt werden, sondern muss sich durch die gesamte Berichterstattung und Gesetzgebung ziehen“, fordert Zederbauer entschieden.

„Denn noch zieht sich die Unterdrückung der Frau durch die gesamte Gesellschaft“, ergänzt Herr. Frauen werden nicht nur systemisch von höheren Positionen in Wirtschaft und Politik – Stichwort Oberösterreich – ferngehalten, sie werden auch in Teilzeit und Hausarbeit gedrängt, erfahren Diskriminierung an Schulen und sind viel zu oft Gewalt in der Familie ausgesetzt. „Noch immer gibt es reine Männerdomänen, während sich Frauen mit Bereichen niedriger gesellschaftlicher Anerkennung begnügen sollen“, so die beiden Vertreterinnen. „Das wollen wir ändern. Darum kämpfen wir für Gleichberechtigung. An jedem Tag!“, schließen Herr und Zederbauer kämpferisch.